Anduriel Nachtwind
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| Anduriel Nachtwind | |
|---|---|
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| Volk: | Nachtelfen |
| Klasse: | Druide |
| Gilde: | Nor'ishur |
| Geschlecht: | weiblich |
| Titel: | Grenzgängerin |
| Gesinnung: | chaotisch neutral |
| Mutter: | Ilyandra Nachtwind (verstorben) |
| Vater: | Thalion Nachtwind |
| Geschwister: | Sohan und Alunai Nachtwind |
Inhaltsverzeichnis |
Äußere Erscheinung
Anduriel Nachtwind ist für ihr Volk recht klein. Eine aufrechte Haltung und eine gute Körperbeherrschung verleihen der Kaldorei dennoch ein stolzes Auftreten. Das nachtblaue Haar fällt ihr frei und ungezähmt über die Schultern hinab. Harte Züge prägen das Gesicht der Elfe, deren Augen nur in einem schwachen, bei Tage kaum erkennbarem Goldton erstrahlen.
Sie trägt eine Holzperlenkette mit einer Wolfsfigur, sowie eine blaue Perle an einem einfachen Lederband um ihren Hals. Darüber hinaus ist an ihrem Gürtel ein Wimpel befestigt, der das Wappen der Nor'Ishur - ein goldener Baum auf weißem Grund - zeigt
Charakter
„Du bist eine Grenzgängerin. Du bist grau, Andurièl. Zu gut, um böse zu sein. Zu böse, um gut zu sein. Deshalb ist dein Leben ein Chaos. Weil du dich nicht entscheiden kannst! [...]“ (Zitat Kazot)
Anduriel Nachtwind gehört nicht gerade zu den umgänglichsten Personen. Fremden - und vor allem anderen Völkern - gegenüber verhält sie sich zumeist desinteressiert, stolz und kühl. Aber auch jeder ihrer – nicht gerade zahlreichen – Freunde ist wohl schon in den fragwürdigen Genuss gekommen Opfer ihrer schlechten Laune geworden zu sein. Dennoch steckt mehr hinter dieser Fassade. Obgleich sie selbst ein zwiespältiges Leben führt, Grenzen überschritten hat, die man nicht überschreiten sollte - hat man für die Kaldorei erst einmal Bedeutung gewonnen - kann man sich ihrer Treue und Loyalität sicher sein.
Ein weiterer wichtiger Charakterzug rührt von ihrer Ausbildung zur Druidin her. Kaldorei sind im Allgemeinen schon ein Naturverbundenes, wildes Volk. Anduriels Wesen wird zudem von den Instinkten und der Wildheit ihrer Katzengestalt geprägt. An dieser Stelle sollte auch eines klar sein: Diese Großkatze ist nicht kuschelig. Man sollte damit rechnen eine Hand zu verlieren, bei dem Versuch sie zu streicheln.
Vergangenheit
An einer kompletten, ausgearbeiten Fassung arbeite ich noch. Aber Anduriel erzählt nicht jedem ihre Lebensgeschichte, also warum sollte es hier schon anders sein.;) Was man jedoch über sie wissen könnte, sind diese Dinge: Erstens wurde sie vor ein paar Jahren aus dem Zirkel des Cenarius verbannt. Als Gründe werden Respektlosigkeit und Ungehorsam genannt. Weiterhin dürfte – vor allem im Königreich Stormwind – ihre ehemalige Zugehörigkeit zu einem Bund namens „die dritte Macht“ bekannt sein. Seit dieser jedoch vor knapp drei Jahren zerschlagen wurde, ist bis vor kurzem kaum noch etwas über die Kaldorei bekannt geworden. Mittlerweile untersteht sie der Mondpriesterin Deliantha Mondschreiter und unterstützt aus dieser niedrigen Position heraus die Aufgaben der Nor'ishur
Gegenwart
Schlechte Träume (21.5.2009)
Ein Pfeil zischte an Anduriels linkem Ohr vorbei und traf den Gnom direkt in die Schulter. Marnik schrie noch auf, bevor sein Körper erschlafte. Die Druidin sah ihn schon nicht mehr zu Boden sinken. Der Kristall! Er war ihm aus der Hand gefallen, rollte den Steg hinab. Wenn ihre Glieder nur nicht so schwer wären! Wie in Zeitlupe sah sie zu, wie der Kristall das Ende des Steges erreichte. Ihre Hände griffen danach, doch er fiel in den Tümpel. Anduriel klammerte sich an das letzte Brett, grub die Nägel in das Holz, bis sie zu bluten begannen. Ein Geruch stieg ihr in die Nase, stank nach Fäulnis und Tod. „Spring!" schrien ihre Gedanken, „Du musst ihn finden! Spring!“ Anduriel sprang. Ein Schmerz durchfuhr jäh ihren Hinterkopf. Etwas Großes, Böses hatte daran gerissen. Dann tauchte sie ein in die tote Brühe des Tümpels. Grüne Flammen sprangen ihr auf die Haut, giftige Glut ihr in die Augen. Und von überall klang Marniks schrilles Gekicher an ihre Ohren.
Mit einem Ruck fuhr Anduriel aus dem Schlaf und verfing sich mit Kopf und Ohren in den zahlreichen Kräuterbündeln, die überall von der Decke hingen. Noch panisch wischte die Elfe sie mit den Händen fort, starrte in die absolute Finsternis, die sie umgab. Es dauerte einige Momente, bis sie zu Atmen kam und begriff, dass sie sich nicht in völliger Dunkelheit befand. Ihre Hände tasteten nach der Augenbinde. Für einen Augenblick war sie versucht, die Binde herunter zu reissen. Wie ihr das Herz immer noch bis zum Hals klopfte! Mühsam zog sie die Beine aus dem Bett, richtete sich auf und tastete sich mit langsamen Schritten zum Ausgang. Ihre Glieder fühlten sich so schwer an, wie an dem Tag im Felwood. Wie oft ihr dieser Tag wohl noch in ihre Träume folgen würde?
Kühle Morgenluft umfing die Druidin, als sie nach draussen trat. Sie tat einen tiefen Atemzug und spürte wie der frische Wind ihr die Angst fortwischte. Die Kaldorei blieb stehen und lauschte. Sie lauschte den Vögel, die ihre ersten Lieder probten, dem Wasser wie es untermüdlich über die Steine sprang und dem Wind, wie er ihre Ängste in die Luft erhob und mit ihnen über die Blätter der Bäume tanzte um sie weit weit fort zu bringen.
„Du hast wieder geträumt, nicht wahr?“ Die tiefe, sanfte Stimme erklang direkt neben ihr. Anduriel hatte den Druiden nicht kommen hören, doch nun spürte sie seine Nähe. Sie beruhigte, wie sie es immer getan hatte. „Ja. Von Marnik und dem Seelensplitter. Es ist verrückt, nicht wahr? Da habe ich sie endlich wieder, aber ihr Verlust verfolgt mich trotzdem noch in meinen Träumen." Sie hörte die Sorge in seiner Stimme, als er antwortete:„Du hast viel durch gemacht, Anduriel. Die Ketten der letzten Jahre, waren schwer zu sprengen und der Tag deiner Befreiung ist noch jung. Habe Geduld mit dir. Die Träume werden vergehen. Vielleicht … sollte ich doch einmal diesen Elfen suchen. Womöglich beschleunigt das den Heilprozess.“ Ein Lächeln schlich sich auf Anduriels Lippen. Mit welcher Beiläufigkeit er Keel erwähnte. Oh, er kannt sie so gut. „Ich erzähle dir eindeutig zuviel, Shan'do Mithrar. Vielleicht sollte ich das in Zukunft ändern.“ Aber Mithar lachte nur gutmütig und griff sanft nach ihrem Arm. „Komm, junge Thero'Shan. Ich möchte mir deine Augen ansehen.“ Er führte sie zum Mondbrunnen, der direkt neben dem kleinen Häuschen in Nighthaven stand. Gehorsam setzte sie sich auf den kühlen Stein. Das Rascheln seines Kilts verriet ihr, dass er sich neben ihr niederließ. Die Elfe löste die Binde von ihren Augen und wandte ihm das Gesicht zu. „Dann wollen wir einmal sehen …" Das Wasser plätscherte leise, als Mithrar etwas in den Brunnen tauchte. Rauhe Hände berührten sanft ihr Gesicht. Mit einem feuchten Tuch befreite der Druide ihre Augen von der Kräuterpaste und dem Schlaf, der ihr die Lider verklebte.
Anduriel blinzelte, dann öffnete sie zögernd die Augen. Das Licht des Morgens brannte ihr so hell in den Augen, dass sie glaubte, selbst dann nichts sehen zu können, wenn dieser Gifttümpel im Felwood ihr nicht die Sehkraft geraubt hätte. „Sie sehen immer noch entzündet aus. Aber das Gift scheinen wir entgültig herausgefiltert zu haben,“ brummte Mithrar zuversichtlich, „wie geht es?“ „Sie brennen immer noch fürchterlich. Aber ich sehe schon deutlich besser, glaube ich.“ Blinzelnd musterte sie Mithrars verschommene Gestalt. „Das Tageslicht ist noch zuviel für sie. Aber es wird heilen“, versicherte der Druide ihr, während er eine neue Augenbinde mit einer zähen Kräuterpaste bestrich.
Anduriel hielt still, als Mithrar ihr die Binde wieder um die Augen legte. Ihre Gedanken kehrten zu dem Tag am Tümpel zurück und zu ihren Rettern. „Hat Bewahrer Remulos mittlerweile denn entschieden, ob ich in zwei Tagen nach Auberdine darf?“ „Ja, das hat er. Mondpriesterin Deliantha hat mit ihm gesprochen. Du darfst gehen.“ Die Kaldorei lächelte erfreut. Die Priesterin hatte bereits so viel für sie getan und nun schien sie sich erneut für die Druidin eingesetzt zu haben. Doch Mithar sprach weiter. „Du hast bereits viele Aufgaben ausgeführt und sie auch dann akzeptiert, wenn es sich scheinbar um Nichtigkeiten handelte. Dir ist sicherlich klar, dass dies alles dazu diente, deinen Willen zu prüfen. Bewahrer Remulos ist der Ansicht, dass dein Wille dich dem Zirkel als Druidin zu beweisen groß und fest ist. Darum lässt er dich gehen. Du bleibst in den Augen des Zirkels jedoch weiterhin eine Schülerin und wirst regelmäßig nach Moonglade zurückkehren, um weitere Aufgaben von den Druiden entgegen zu nehmen. Dies wird solange so bleiben, bis der Hüter gewillt ist dich als vollwertige Druidin anzuerkennen.“ Was redete Mithrar da? Anduriel kannte die Bedingungen unter denen der Cenariussohn ihr Hilfe zugesagt hatte bereits. Sie wollte doch nur die Geschichtsstunden der Nor'Ishur besuchen und sich endlich auch bei Kiza persönlich für ihre Hilfe bedanken. Immerhin war es die Jägerin gewesen, die ihre Seelensplitter gefunden hatte.
„Akzeptierst du Remulos' Entscheidung, Thero'Shan?“ Wie ernst er klang! Erst da wurde der Druidin klar, dass der Hüter Mithrar aufgefordert haben musste, sie noch einmal an ihre Position zu erinnern. Hastig nickte sie. „Natürlich, Shan'do. Ich stehe tief in der Schuld des Hüters und ich werde vor lauter Dankbarkeit nicht die Chance vertun, die er mir verschafft hat. „Gut, gut. Er hat mir nahe gelegt, dich daran zu erinnern. Aber nun wirst du mir erst einmal helfen, die Kräuter zu verarbeiten, die wir getrocknet haben. Sofern, sie noch zu gebrauchen sind, so wie du unter ihnen gewütet hast.“ Mit einem gespielten Seufzer rappelte Anduriel sich auf, um ihren Shan'do zurück ins Haus zu folgen. Der Gnomenhexer war fürs Erste vergessen. Der Fluss hatte ihn verschlungen und so bannte auch die Druidin ihn aus ihren Gedanken. Aber wer wusste schon, ob er wirklich tot war.
Zukunft
Es war der erste und der vorerst letzte Vortrag der Nor'ishur, welchen der Druide hören sollte. Er kannte die Ereignisse, welche die Mondpriesterin Deliantha ihren Gästen schilderte. Der erste Sieg über die brennende Legion, die Erschaffung Nordrassils. Wehmütig dachte der Druide daran, dass so selbst so große Dinge wie der Weltenbaum vergehen konnten. Dennoch kam ihm der Schmerz über diesen Verlust heute gering vor, im Vergleich zu einem Anderen. Und es krämte ihn jetzt schon diesen Schmerz auch die Priesterin fühlen zu lassen. Seine Hand tastete nach dem Brief in seiner Tasche, schlicht und schmucklos. Er hatte die Krähenfeder gesehen, die seine Thero'Shan daran befestigt hatte. Er wusste, dass Anduriel sich nicht grundlos eine Feder aus ausrupfen wurde. Die Priesterin hatte ihr viel bedeutet. Und anders herrum würde es wohl ähnlich sein. Der Druide seufzte schwer und suchte seine Gedanken beiseite zu schieben, der Priesterin zu lauschen, zumindest bis zum Ende des Vortrages. Dann würde sie den Brief erhalten.
Geehrte Priesterin,
wie Euch mein Shan'do Mithrar sicherlich schon verraten hat, sind dies die letzten Worte, die ich an Euch richten werde. Ich bedaure es sehr, doch lassen die Umstände mir keine andere Wahl. Keel benötigt meine Hilfe und ich werde seiner Spur folgen, wohin immer sie mich auch bringen mag. Feyth wird mich begleiten. Ich kann nicht sagen, wohin uns diese Reise führen wird. So ganz begreife ich die Umstände selbst noch nicht. Aber es ist gewiss, dass es von keine Rückkehr mehr geben wird.
Bleibt mir also noch Euch und den Nor'ishur Lebe wohl zu sagen und zu danken. Ihr habt mir über einen steinigen Weg geholfen, standet mit Rat und Tat mir zur Seite. Es lässt sich nicht in Worte fassen, wie dankbar ich für eure Hilfe und eure Weisheit bin. Ohne Euch und die Nor'ishur hätte ich der Weg zurück zu unserem Volk nicht bewältigen können. Fortan werde ich ihn alleine beschreiten müssen, aber ich werde nicht vergessen, wer mir diese Möglichkeit verschafft hat. Dankt bitte auch Kiza und den anderen von mir. Malorne möge uns stets auf den richtigen Pfaden leiten. Es war mir eine Ehre und Freude euch gekannt zu haben Deliantha Mondschreiter.
Gehabt euch wohl, Anduriel Nachtwind.
(13.09.09)

