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Qsicon Exzellent Dieser Artikel wurde am 04. August 2014 als Spotlight der Woche vorgestellt.

Eine halbwüchsige Kaldorei kommt mit einer misstrauisch um sich sehenden großen schwarzen Katze ins Meldeamt. Sie setzt sich dem gelangweilt aussehenden Beamten gegenüber, die Katze neben sich auf dem Boden zusammengerollt. Langsam beginnt der Beamte seine Fragen zu stellen. "Name?" "Tiphereth na'Sorcha" "Rasse ... ne das seh ich selber." "Wohnort?" "Äh ja, na sagen wir mal Ashenvale, oder doch besser Stormwind? ... ja Stormwind, ganz genau." Der Beamte zieht eine Augenbraue nach oben. "Name ihres ... Haustiers, Unbedenklichkeitsbescheinigungen und so weiter?" "Äh nein nein, kein Haustier... das ist meine Schwester, Bethad na'Sorcha." Der Beamte zieht wieder eine Augenbraue nach oben. "Na sie wissen schon, Cenarius, Moonglade, Druiden ... Äh schreiben sie einfach dasselbe wie bei mir hin." Der Beamte seufzt ergeben und füllt einen zweiten Personenbogen aus, während er murmelt. "Verdammte Bande von Langohren ... So, die Berufe von euch und eurer... Schwester sind?" "Sie bastelt Lederkram und ich bau Bom... äh ingenieurtechnische Gerätschaften zur Landschaftsumgestaltung." Der Beamte murmelt. "Alter ... achnee das lass ich weg.. ich hab nur 3 Stellen Platz und die Langohren kommen immer mit 4 oder 5 stelligen Sachen an. So, ja also hier noch unterschreiben, ... achegal, unterschreibt auf dem Bogen eurer Schwester einfach auch. Und bitte, keine Katzenhaare und andere Rückstände auf dem Boden liegenlassen, ich hab vorhin erst gekehrt, danke." Mit beleidigtem Blick verlässt die Katze das Meldeamt und zieht die kichernde Kaldorei mit sich.

Hintergrundgeschichte

Eine Katze wetzt durch ein riesiges Haus und jagt Ungeziefer. Das ist eine total langweilige und zeitraubende Sache. Deshalb fängt die Katze an zu grübeln, wie fing das damals eigentlich an. Irgendwann in Desolace, vor ewigen Zeiten, als dort noch Bäume wuchsen und Nachtelfen wohnten, wurde mein ... nein unser Vater dort geboren. Wahrscheinlich mag ich diesen kargen Landstrich darum, auch wenn ich jedesmal traurig werde, wenn ich dort hinkomme. Wie die große Geschichte weitergeht wisst ihr ja alle. Unser Vater war einer der Druiden, keine herausragende Figur, wie Malfurion, deshalb kennt heute auch keiner mehr seinen Namen und wir haben uns dazu entschlossen, diesen Namen tief in unseren Herzen zu tragen und ihn dort zu lassen. Die Geschichte sagt, daß die Druiden für tausende von Jahren schliefen. Das stimmt allerdings so nicht ganz, wie man weiß wurden einige Klauendruiden in tiefen Höhlen wach aufgefunden, durch die Ewigkeit der Einsamkeit zu Tieren geworden. Einige wenige andere, die an entlegenen Stellen schliefen, sanken nicht so tief in den smaragdgrünen Traum und wachten alle fünfzig oder hundert Jahre auf um nach dem Rechten zu sehen. Unser Vater gehörte auch dazu. In einer dieser Wachphasen wurde ich geboren. Das war etwa 165 Jahre vor dem Angriff der brennenden Legion. Die Katze entdeckt einen ungebetenen Gast und bricht ab um zu jagen. Vielleicht wird sie die Erzählung später einmal fortsetzen.

Nach einer kurzen aber heftigen Jagd, kehrt die Katze zurück zu ihrem Ruheplatz nahe dem Feuer. Jetzt hat sie wieder etwas Zeit, sich zu erinnern. Unser Vater war nur 2 mal in meiner Jugend wach und blieb es leider nie sehr lange, sodaß ich kaum Gelegenheit hatte, ihn kennenzulernen. Vielleicht auch deswegen versuchte ich soviel wie möglich über Druiden zu lernen. Vor allem interessierte mich, wieso nur Männer Druiden wurden. Das konnte mir aber niemand sagen. Nicht einmal meine Mutter. Sie war Jägerin, verbrachte aber ihre Zeit viel lieber damit Felle zu bearbeiten, Lederkleidung zu machen, Pelze für den Winter und viele andere nützliche und schöne Dinge. Nur ganz selten sah ich sie lachen, da sie von unserem Vater viel zu lange und viel zu oft getrennt war.

Ich entschloss mich, die Geheimnisse um die Druiden selbst zu erforschen. Wo der Hügel war unter dem mein Vater ruhte, wußte ich. Oft und lange saß ich da und beobachtete den riesigen Bären der dort lag und schlief. Manchmal hatte ich das Gefühl, er wisse, daß ich da war. Oft schlief ich an seiner Seite ein und hatte merkwürdige Träume, von denen ich allerdings nach dem Aufwachen das meiste vergessen hatte. Ich war aber überzeugt davon und bin es immernoch, daß es mein Vater war, der mich für ganz kurze Zeit in die Traumwelt holte. Ich begann mich der druidischen Heilkunst zu widmen. Die Priesterinnen sahen es zwar garnicht gerne, aber sie akzeptierten es, da ich mich auf die Heilkunst beschränkt. Insgeheim versuchte ich mich aber auch an anderen Dingen. Die Wurzeln der Pflanzen zu beherrschen, war das erste was mir gelang. Am liebsten wäre ich aber selbst zum Tier geworden, hätte mich neben meinen Vater schlafen gelegt und wäre mit ihm gemeinsam durch den smaragdgrünen Traum gewandert. Aber eine Verwandlung gelang mir erst viel später.

Nur einmal noch erwachte mein Vater, vor dem großen Krieg. Die Liebe, die meine Eltern verband, zeugte wieder ein Kind. Soetwas war unter Nachtelfen eher unüblich, da es doch recht schnell nacheinander geschah. Nur knapp 100 Jahre waren vergangen. Die Katze stellt ihre Ohren auf, lauscht und schnuppert. Da ist doch schon wieder Ungeziefer. Wie ein Blitz ist sie davon, erneut auf der Jagd. Ihre Erinnerungen werden warten müssen.

Völlig übermüdet von der andauernden Jagd, liegt die Katze neben dem Feuer und döst. Ihre Gedanken beginnen zu verschwimmen. Ein kleines Nachtelfenbaby wird darin sichtbar und ein Name, Tiphereth. Eine überglückliche Mutter und eine fast genauso glückliche große Schwester, die mit ihren 94 Jahren ja schon fast erwachsen war, nach Nachtelfenstandards. Die Gedanken der Katze werden düster und traurig. Man sieht eine Nachtelfe, geschwächt von einer Krankheit. Niemand vermag ihr zu helfen, nichteinmal die mächtigsten Priesterinnen. Danach, Tod, eine junge Nachtelfe und ein Nachtelfenkind, kaum älter als 7 stehen am Bett der Toten, starr vor Schock und Trauer. Die Katze erwacht aus ihrem Schlummer. Sie zwingt ihre Gedanken und Erinnerungen wieder unter ihre Kontrolle. Damals verlor ich zum ersten mal völlig die Kontrolle und vergaß das was wichtig war. Das war auch der Tag an dem mir eine Verwandlung in ein Tier das erste mal perfekt gelang. Ich floh. Als Katze lief ich und lief ich. Bis zum Hügel meines schlafenden Vaters. An seiner Seite weinte ich. Ich kuschelte mich in meinem damals noch kleinen und schwächlichen Katzenkörper an ihn und suchte Trost. In diesem Zustand blieb ich lange. Meine kleine Schwester, die zu dem Zeitpunkt nur noch mich hatte, war aus meinen Gedanken verdrängt. Da war nur noch Trauer. Am dritten Tag, hörte ich es plötzlich rascheln. Wütend drehte ich mich um und fauchte den Eindringling an, ich wollte mit meinem Vater und der Trauer allein sein. Dort stand sie, meine siebenjährige kleine Schwester, schmutzig und zerschrammt vom langen Marsch durch den dichten Wald. Sie war nie vorher hier gewesen, hatte nie meinen Vater vorher gesehen. Trotzdem hatte sie mich gefunden, aber sie war am Ende ihrer Kräfte. Alle Wut war wie weggeblasen, ich sprang zu ihr und fing sie auf, als sie total erschöpft zu Boden sank. Sie schlief mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht ein.

Melancholisch blickt die Katze ins Feuer und beginnt wieder zu dösen, diesmal aber ohne Bilder ihrer Vergangenheit. Eine Gestalt tritt leise zu der schlafenden Katze, setzt sich neben sie und beginnt sie zu kraulen. Weißt du, als Mutter starb, hat mich das innerlich zerrissen. Ich wusste genau was da geschah, obwohl ich erst 7 Jahre alt war. Du hattest da ja noch Vater, auch wenn er einen halben Tag entfernt in einem Hügel schlief. Ich hatte nur noch dich. Als du verschwunden warst, dachte ich nur an eins, dich wiederzufinden. Irgendwo in meinem Inneren spürte ich, daß ich dich finden würde, das hat mich immer weiter vorwärts getrieben, bis hin zu dem Hügel. Ich hatte Hunger, ich war erschöpft und mir tat alles weh, aber als ich dich als Katze sah, neben dem Bären zusammengekrümmt vor Trauer, war mir das egal. Ich wußte sofort, daß du das warst, obwohl du dich ja das erste mal richtig verwandelt hattest. Jedenfalls fiel eine riesige Last von mir, als ich merkte, daß du mich erkanntest. Du hast mich dann auf deinen Rücken gelegt und heimgetragen. Du hast dich um meine Verletzungen gekümmert. Die junge Nachtelfe kichert leise.

Ich hab immer genörgelt über dein Essen, aber in Wirklichkeit liebe ich es. Vor allem dein Spinnen-kebab und das ist ja das komische, weil ich hasse Spinnen, normalerweise. Es gab Tage da habe ich Mutter wirklich vermisst, vor allem am Anfang. Aber wir waren zusammen und da wurde die Trauer mit der Zeit immer schwächer. Einmal im Monat zu Vollmond hast du mich immer mit zu unserem Vater genommen. Du wolltest, daß ich ihn auch kennenlerne, selbst wenn er schläft. Du wolltest, daß ich seinen Traum teile, so wie du es konntest. Ich habe es aber nie übers Herz gebracht, dir zu sagen, daß es nicht funktionierte. Ich habe nie mit unserem Vater geträumt. Das hat wohl was mit dem Druidentum zutun, davon verstehe ich einfach nichts. Trotzdem habe ich diese Ausflüge geliebt. Vater wurde mir dadurch sehr vertraut, fast so als würde er mit uns zusammenleben. Die junge Nachtelfe bricht ab und blickt lange still zu der Katze neben sich. Dann legt sie sich daneben, kuschelt sich in ihr Fell und gleitet langsam in das Land des Schlafes.

Eine völlig andere Zeit, ein völlig anderer Ort ...

Eine Katze ist auf der Jagd. Um sie herum sind alte Ruinen und Dschungel. Doch heute sind nicht die vierbeinigen Raubtiere dieses Dschungels ihre Beute, sondern Zweibeiner. Trolle werden sie von anderen Zweibeinern genannt, aber das interessiert die Katze nicht. Beute nennt sie sie, gefährliche Beute aber dennoch Beute. Immer wieder schlägt sie zu, aus dem Dickicht, aus den Schatten springend. Selten muss sie sich geschlagen geben, immer dann, wenn sie auf eine größere Gruppe Trolle trifft und dies zuspät bemerkt. Dann verschwindet sie wieder im Dschungel, irgendwann kriegt sie jeden. Langsam werden die Trolle nervös, Jäger mit ihren Raubkatzen werden ausgesandt um die Ruinen zu bewachen, aber auch diese fallen der Jägerin zum Opfer. Wieder springt die Katze aus den Schatten ihr Opfer an, plötzlich hört sie eine Stimme. Nicht etwa eine der rauen krächzenden Trollstimmen, sondern eine reine, helle, freundliche Stimme irgendwo in ihrem Kopf. "Ich habe gehört, du suchst eine Gilde."

Gilde? Was wie wo? Woher kommt diese Stimme? Die Katze schüttelt den Kopf, sie hat einen Gegner zu bezwingen. Aber so richtig bei der Sache ist sie nicht, beinahe wäre ihr der Troll entkommen. Zusehr beschäftigt sie die Stimme. Gilde, das waren doch diese Gemeinschaften der Zweibeiner. Ob die eine Katze aufnehmen würden? "Ja wir suchen noch Mitglieder. Es gibt nur eine kleine Sache vorher zu klären, wir nehmen nur Frauen auf und ich weiß nicht was du bist." Da war die irritierende Stimme schon wieder. Wenn sie wirklich einem Zweibeiner gehörte, dann sicher einer Frau mit wunderbaren Händen, wie geschaffen eine Katze zu kraulen. Verdammt, wieso musste sie mitten in einem Kampf ans Kraulen denken. Sie nehmen nur Frauen auf, also Weibchen. Natürlich war sie ein Weibchen, das war doch klar oder? Das musste doch jeder sofort erkennen. Wie hieß die Gilde dieser Stimme in ihrem Kopf überhaupt.

"Oh, wir sind Azeroths Töchter, eine eher kleine Gemeinschaft. Wir haben auch keine strengen Regeln. Wir wollen einfach nur für einander da sein und uns helfen." Für einander da sein, das klang nach vielen sehr angenehmen Kraulstunden. Besser sie suchte sich ein gutes Versteck, sie war sowieso nichtmehr richtig bei der Sache, zusehr beschäftigte sie der Gedanke an das Kraulen. Natürlich wollte sie in so eine Gemeinschaft. "Gut, dann nehmen wir dich auf und probieren mal, ob wir miteinander gut auskommen." Ein sehr merkwürdiges Ziehen breitete sich in ihren Muskeln aus, nur für einen winzigen Moment. Danach allerdings war alles anders. Seit dem Moment hört die Katze immer Stimmen in ihrem Kopf, sie hat sich daran gewöhnt und läßt sich davon auch während der Jagd nicht durcheinander bringen. Das Beste aber ist, daß sie jetzt viele Schwestern hat. Mit ihren großen gelben Augen schafft sie es auch meistens, daß eine davon anfängt sie zu kraulen. Natürlich hat sich auch ihre Jagd und ihre Definition von Beute geändert. Zu Beute zählen jetzt auch Zweibeiner die ihre Schwestern bedrohen, angreifen oder hintergehen. Leider bedeutet das auch, daß Beute nicht mehr so einfach zu bestimmen ist. Aber irgendwann wird sie das auch wieder gelernt haben.

Irgendwo in den Wipfeln von Teldrassil, nicht weit von Darnassus entfernt. Auf einer einsamen Lichtung sitzt eine junge Nachtelfe. Neben ihr auf einem Stein hockt eine große Eule und reißt Fetzen aus einem rohen Stück Fleisch. Die Elfe dagegen ist vollauf damit beschäftigt das gefleckte Fell einer Katze zu reinigen, die neben ihr liegt, den Kopf auf den Schoß der Nachtelfe gelegt. Das du dich beim Jagen immer so schmutzig machen musst Schwesterchen, du hättest statt mit dem Schiff herzufahren, schwimmen sollen. Dann wärst du jetzt sauber. die Katze maunzt schläfrig. Ihre Schwester beschwert sich, aber eigentlich liebt sie es doch, sich mit ihrem Fell zu beschäftigen. Ihre Gedanken gleiten ab, zurück in die Vergangenheit. Die Jahre nach dem Tod ihrer Mutter vergingen recht schnell. Es gab keine großen weltbewegenden Ereignisse und auch wenn die Trauer sie immer mal wieder heimsuchte, war es im großen und ganzen doch eine glückliche Zeit. Aus irgendeinem Grund entwickelte ihre Schwester ein Interesse an mechanischen Dingen, Rädern zum Beispiel. Das war ihr etwas unheimlich, aber verbieten wollte sie es nicht, wenn ihre Schwester damit glücklich wurde. Sie hatte gehofft, daß ihr Vater bald wieder erwachen würde und gleichzeitig hatte sie Angst davor, da ich nicht wußte, ob er in seinem Traum Mutters Tod gespürt hatte oder ob er völlig ahnungslos sein würde. Aber er erwachte nicht. Jedenfalls nicht vor der Katastrophe, die ihr Land heimsuchte.

Es gab Gerüchte. Das Land und die Bewohner südlich Ashenvales waren in Unruhe. Die Zentauren führten Krieg gegen die Tauren. Der Kontakt mit beiden Völkern war sehr dürftig, sodaß die Nachtelfen auch von diesem Krieg nicht betroffen waren. So dachten die meisten. Irgendwann kam ein Späher aus dem Brachland zurück, die Tauren hatten Verbündete gefunden, kräftige Grünhäute und andere schlankere hochgewachsene Krieger, mit eher bläulicher Haut. Niemand interessierte sich dafür. Doch das änderte sich. Der Marsch der Grünhäute in die Wälder, ihre Rodungen, Cenarius Angriff und sein Fall. Das war die Katastrophe die die Nachtelfen aufrüttelte. Die Druiden wurden wach. Viele von ihnen waren in ihren Tiergestalten verschlossen und mußten mit außergewöhnlichen Mitteln daraus erweckt werden. Auch ihr Vater wurde irgendwann wach. Auch wenn er den Traum bei Mutters Tod nicht verlassen hatte, hatte er diesen doch gespürt und es hatte seinen Geist aus seinem tierischen Gefängnis befreit. Ihr Vater schloss sich den anderen Klauendruiden im Kampf an. Sie wollte sich ebenfalls anschließen, aber ihr Vater lehnte ab. Nach tagelangem Streit lenkte er ein und erlaubte ihr, sich den Streitkräften der Nachtelfen anzuschließen unter der Bedingung, daß sie dort als Heilerin tätig war. Lieber wäre sie mit ihm in die Schlacht gezogen, aber Heilerin war besser als nichts, so konnte sie wenigstens etwas tun. Ihre Schwester dagegen mußte mit den anderen Familien in die Tiefen des Waldes ausweichen, sie war noch viel zu jung für den Dienst als Schildwache. Ab jetzt wurden ihre Erinnerungen finster und sie schüttelte sie energisch ab. Lieber genoss sie die Arbeit ihrer schwesterlichen Hände und schlief noch etwas.

Düstere Erinnerungen. Nur Bruchstücke in einem Traum mit Visionen der Vergangenheit. Eine Gruppe von Kämpfern gegen die brennende Legion. Orks und Tauren, Menschen und Nachtelfen. Seite an Seite, gegen einen gemeinsamen unerbittlichen Feind. Der Auftrag, ein Portal zu schließen durch das die Legion neue Truppen schickt. Ein Abschied eines Vaters von seinen Töchtern. Wochen der Ungewissheit, des Wartens. Die Erinnerungen werden klarer. Eine Katze rennt durch Felwood, irgendwo hier sollte das Portal sein, gegen das Vater mit seinen Kameraden losgeschickt wurde. Sie waren längst überfällig, also hatte sie sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht sie zu suchen. Sie war voller Unruhe und Angst. Ihr Vater bedeutete ihr mehr als das eigene Leben, ihm durfte einfach nichts passiert sein. Sie ist seit Tagen unterwegs. Ab und zu findet sie Spuren die von seiner Gruppe stammen könnten. Das gibt ihr Hoffnung. Mehrere Stunden ist sie heute schon unterwegs. Die Sonne hat ihren Höhepunkt bereits überschritten, als sie plötzlich einen dunklen Schatten auf dem Wald bemerkt. Überall um sie herum scheinen die Bäume verdorben oder abgestorben zu sein, tote Vögel liegen am Boden. Die Katze sucht Schutz in den Schatten und schleicht vorsichtig weiter. Immer stärker wird die Verderbnis, dämonische Verderbnis. Hier irgendwo mußte das Portal sein. Dann plötzlich lichtet sich der Wald. Sie sieht in der Mitte der Lichtung Ruinen, Reste eines Portals, von der Macht der Natur zu Fall gebracht. Sie atmet leicht auf, denn wenn die Gruppe das Portal geschlossen hat, dann haben sie gewonnen, dann müssen sie noch leben.

Langsam schleicht sie vorwärts. Zerrissene Dämonen, dann der erste tote Taure. Schmerz brennt in ihrem Körper. Sie hatte ihn am Tag vor der Abreise kennengelernt. Er sprach nur gebrochen die Sprache der Elfen und doch war er ihr von Anfang an sympathisch. Er gehörte zu einer Gruppe von Tauren, die ihre alten druidischen Wurzeln zu neuem Leben erwecken wollten. Jetzt lag er hier, zerfetzt von den Klauen der Dämonen. Die Druiden waren der Kern der Gruppe gewesen, wenn einer von ihnen gestorben war, mußte die Schlacht grausam gewesen sein. Ein mulmiges Gefühl ergriff sie und sie ging weiter. Immer mehr Tote fand sie zwischen den Dämonen. Grausam verstümmelt, verbrannt, zerrissen. Sie begann zu rennen. Soviele Tote, wieso? Das Portal war doch geschlossen, sie hatten doch gewonnen. Angekommen am Portal sah sie ihn. Den Körper ihres Vaters. Seine Augen starr zum Himmel gerichtet hielt er den zerbrochenen Stab der Macht immernoch umklammert, er ihm die Gewalt über die Bäume und ihre Wurzeln gab. Damit hatte er das Portal zerstört. So wie es aussah im letzten Augenblick bevor die Dämonen sie zerrissen. In seiner Nähe lagen auch die Körper mehrerer Orks und Zwerge, die voll waren von dämonischen Runen und Zeichen, eindeutig Hexer, die die Dämonen begleitet hatten und die im Kampf ebenfalls gefallen waren. Doch die sah sie nicht.

Sie sah nur den zerfetzten Leichnam des Nachtelfs, der ihr ihn ihrem Leben der wichtigste gewesen war. Ein grausamer Schrei ertönte durch den Wald. Soviel Schmerz und Hass lag in ihm, daß die Tiere in weitem Umkreis vor Furcht erstarrten. Die Katze war verschwunden. Nur der Tod war noch auf der Lichtung, für lange lange Zeit. Eine Bestie ging um in Felwood, alles viel ihr zum Opfer, wahllos und blind war das töten. Kleine Tiere, große Tiere, Orks, Menschen, Nachtelfen, Tauren, vor nichts machte sie halt. Jegliches Mitleid, jedes Gefühl von Liebe war aus ihrem Körper verschwunden. Nur noch Schmerz, Trauer und Hass brannte in ihren Adern. Sie tötete um diese Gefühle loszuwerden, damit sie schwächer wurden. Aber das geschah nicht, sie wurden mit jedem Töten stärker. Trotzdem machte sie weiter immer weiter, wahllos, ziellos, Töten ohne jede Gnade.