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Qsicon Exzellent.svg Dieser Artikel wurde am 30. März 2016 als Spotlight der Woche vorgestellt.

Wie sie es satt hatte! Die nach Tabak und billigem Alkohol stinkenden Männer, die Ihren Weg von der "Sirine Sailor" in die Kaschemme an der Hafenpromenade von Menethil gefunden hatten, lachten hinter Ihrem Rücken, während einer, vermutlich der erste Maat, Ihr einen kräftigen Klaps auf den Hintern gab. Der von Schwaden parfümierten Tabaks durchzogene Schankraum mit der wurmstichigen Theke war zum Bersten gefüllt und so zwängte sich Eve vom Tisch der Seemänner zurück in die Küche, wo sie bereits Øle, der Koch mit einer seiner zahlreichen Verwünschungen erwartete: "Wo bei den Seeriesen bleibst Du verdammt nochmal! Hätten wir damals so langsam gekämpft, wie Du hier unsere Gäste bedienst, hätte uns alle die Geisel geholt!"

Hastig leerte sie das Tablett und stellte die neuen Humpen darauf, die Øle für den Tisch mit den unfreundlichen Seemännern abgefüllt hatte. Sie wußte, der Abend war noch jung und die Männer von der "Sirine Sailor" würden an Freundlichkeit nicht dazugewinnen. In dem Maße, wie sie bereits jetzt soffen, würde spätestens in ein paar Stunden eine Schlägerei ausbrechen. Im Augenwinkel sah sie ein paar Herren die Schankstube betreten, die sofort von Leet, dem Gastwirt und Eigentümer dieses Etablissements, mit einem breiten, gefälligen Grinsen empfangen wurden. 'Ja, buckel Du nur rum', dachte sie sich und erinnerte sich an Leets Faust auf Ihrem Unterkiefer, als letzte Woche wieder einer der Gäste die Zeche geprellt hatte und sie dafür verantwortlich gemacht worden war. Eve hasste ihn abgrundtief. Sie warf einen Blick ans andere Ende der Schankstube, wo Darcy gerade ein paar unsympathischen Typen auftischte.

"Geisel-Darcy" nannten sie alle, denn sie war von Lordaeron in den Süden geflüchtet, als die Legion der Verdammnis die Felder Ihrer Eltern verseucht hatte. Während Ihre ganze Familie elendig an den Folgen der Seuche gestorben war, hatte sie die Pest überlebt - zu einem Preis, den man Ihrem entstellten Gesicht und Ihren verkrüppelten Fingern ansah. Ein Hund hatte es besser als Darcy. Oft lag Eve nach der Arbeit mit Darcy unten am Strand und sie malten sich aus, auf welche Art sie Leet umrbingen und seinen Laden anzünden würden - wären sie nur stark genug. Augen ausstechen und Zunge rausschneiden waren die noch geringeren Grausamkeiten, die sie sich für Ihren Chef ausgedacht hatten. Doch sie waren nicht stark, im Gegenteil. Sie waren Küchenhilfen, Bardamen, Wäscherinnen und Laufmädchen, und wenn Darcy nicht entstellt gewesen wäre so würden die schmierigen, betrunkenen Matrosen, Schmuggler und Piraten, die sich aus allen Enden dieser Welt in Leets Kaschemme einfanden, auch Hand an sie anlegen. So bezog Darcy lediglich Prügel. Unweigerlich musste Eve schmunzeln - welch Ironie!

"Du! Komm her!". Eve wirbelte herum und sah einen der Herren in weißem Stoffhemd und nass zurückgekämmten Haaren auf sie zeigen. Die beiden folgten Leets durch den Schankraum in ein Hinterzimmer, das Leets seinen Gästen für diverse zweilichtige Geschäfte zur Verfügung stellte. "Ein Mädchen kann nicht schaden, bringt Glück sowas!". Der Typ grinste und offenbarte eine Reihe von goldenen Zähnen. "Ich hoffe sie beißt und kratzt nicht, das süße Ding.", fragte er Leets, welcher mit einem unmißverständlich gehässigem Blick in Ihre Richtung den Befehl zu bedingungslosem Gehorsam gab. Hastig stellte Eve den Matrosen von der "Sirine Sailor" die Humpen hin und trocknete sich die Hände an Ihrem Schurz, den sie danach losband um sich die blonden Locken, die in ihrem verschwitzten Gesicht klebten, nach hinten ins Haar zu stecken. Sie setzte Ihr sympathisches Lächeln auf und folgte den Dreien in das Hinterzimmer, in dem um einen runden Tisch herum bereits einige weitere Herren beim Kartenspiel sassen.

"Gentlemen...", begrüßte der Typ mit den Golzähnen die anderen, während er sich auf einem gepolsterten Sessel niederließ. Die anderen zwei waren einheimische Hafenarbeiter, der eine ein junger Kerl der vermutlich sein Geld, das er heute Abend verspielen sollte, mit dem Be- und Entladen der Barken verdiente, die den weiten Weg von Theramore über die See kamen, und der andere war der Hafenaufseher vom Südsteg, ein leidenschaftlicher Spieler, Trinker und Raucher, den sie und Darcy nur den "Keucher" nannten. Die beiden, gut betuchten Fremden setzten sich und krempelten die weißen Leinenärmel hoch und "Goldzahn" schnippte mit den Fingern, bestellte Rum für alle bestellte und winkte Eve zu sich. Er klatschte auf seine Schenkel und wies sie an, auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Leets buckelte mit einem Murmeln davon und schloß die Türe hinter sich, während der Keucher die Karten austeilte. Sie beobachtete die Gesichter der vier Spieler, die beiden Jüngeren mit etwas nervösen, flackernden Augen, der Keucher, der mit routinierter Hand die Karten mischte und ausgab, und Goldzahn, der mit siegessicherem Lächeln in seinem Sessel lag, sie auf seinem Schoß, ihre Arme um seine Schultern gelegt.

Der Rum kam, die Pfeifen wurden entzündet, die Karten waren verteilt und die vier spielten, als ob sie etwas anderes in Ihrem Leben nie getan hätten. Dunkle Holzflecken auf den Holzdielen zeugten von dem vielen Blut, das in diesem Zimmer aufrund von Anschuldigungen des Falschspiels, nichtbezahlter Spielschulden und einfacher Wut über zuviel Pech bereits vergossen worden war. Sie kannte die Tricks der Spieler, sie kannte aber auch Leets Masche, Spieler einzuladen die über die Vorteile dieses Hinterzimmers nicht Bescheid wussten. Keucher nämlich, ein guter Freund von Leets, war ein häufiger Gewinner und zahlte Leets eine stattliche Prämie vom Erlös der wöchentlich stattfindenden Zockabende. Denn die Zimmer der Kaschemme waren mit engen, geheimen Gängen miteinander verbunden, die hinter den Wänden zusammenführten und direkt in Leets Schlafzimmer endeten. Ein Gang führte nach unten in den Keller und von dort aus unter der Straße durch zum Strand, und Eve hatte Leets dort schon oft mit Schmugglern beobachtet, die ihre Waren in den Tunnel schoben, der in dieses Haus führte. Die Wand hinter ihr war geschmückt von einem großen Bild das eine Galleone bei stürmischer See zeigte, und ein Teil des Bildes ließ sich von hinter der Wand zur Seite schieben, was für gewöhnlich von Leets persönlich erledigt wurde. Dort war ein Spiegel so positioniert, das man darin die Karten dessen sehen konnte, der vor der Wand am Tisch saß - in diesem Fall Goldzahn. Ein Grund, warum der Keucher immer der erste am Tisch war und immer denselben Platz besetzte.

Alles schien sich zu wiederholen. Der Keucher gewann mehr Runden, als er verlor und auf den Gesichtern der beiden jüngeren Spieler zeichnete sich erst Unsicherheit, dann gespielte Überheblichkeit, zuletzt Fassungslosigkeit und Entsetzen ab, als sie Ihre letzten Kupfer auf den Tisch legten. Goldzahn und der Keucher aber lieferten sich ein erbittertes Duell, indem Keucher mit taktischer Überlegenheit und Goldzahn mit immer mehr Silbermünzen aus den Tiefen seiner Taschen glänzte. Keucher sah seine Gelegenheit darin, dem gut betuchten Mann von Sonstwoher das Geld aus der Tasche zu ziehen und seine Raffgier erreichte an diesem Abend einen neuen Höhepunkt, als er - es war schon spät in der Nacht - sein Blatt mit einem triumphalen Grinsen auf den Tisch knallte. Dem ungläubigem Kopfschütteln von Goldzahn zu Folge waren auch seine Ressourcen nun erschöpft. Während die beiden jüngeren Spieler bereits vor Stunden in Unterhosen das Hinterzimmer verlassen hatten, wollte sich Goldzahn seine Niederlage um alles in der Welt nicht eingestehen. Er beugte sich nach vorne, nah an das Gesicht des breit grinsenden Keuchers. "Wenn ich es nicht besser wüsste, würd ich sagen, das es hier mit dem Teufel zugeht, so wie Euch Euer Spielglück heute zur Seite steht. Aber als ein Mann von Ehre kann ich mir eine Niederlage heute nicht erlauben. Ich bin den weiten Weg nicht gekommen, um heute zu verlieren. Doch da meine konventionellen Zahlungsmittel leider knapp geworden sind, möchte ich Euch einen Vorschlag unterbreiten".

Er griff zur Seite, öffnete eine Ledertasche, die an seinem breiten Gürtel befestigt war, und holte ein altes, zerfleddertes Pergament hevor, das er neben den Karten auf den Tisch legte, ohne es loszulassen. "In diesem Schriftstück - wohlgemerkt, eine Karte - befinden sich hinweise auf einen sagenumwobenen Schatz, der Euch so reich machen wird, das Ihr diesen verfluchten Fleck Erde für immer verlassen könntet, würdet Ihr ihn finden. Es ist das letzte Ding von Wert, um das ich bereit bin heute Abend noch zu spielen. Sagen wir, es ist ein Einsatz von 100 Silberstücken wert." Hundert Silberstücke! Das war alles, worum die beiden heute Nacht gespielt hatten. Mit einem letzten Spiel um diese Karte könnte Keucher alles, was er in den letzten Stunden gewonnen hatte, verlieren. Er müsste ein Narr sein, wenn er darauf einginge. Keucher überlegte, zog an seiner Pfeife, bliess große Kringel Rauch in die Luft und starrte seinem Gegenüber eine zeitlang in die Augen. Dann lehnte er sich nach vorne. "Laßt mich sehen, was auf dem Papier steht". Goldzahn lehnte sich zurück und der Keucher entfaltete das Papier, das aussah als ob es ein, zwei Hausbrände und einen Schiffbruch überstanden hatte, und danach noch von einem Hai verschluckt und später wieder ausgespien worden war. Dennoch konnte man darauf sehr gut einen Küstenabschnitt, verschiedene Bezeichnungen und im Landesinneren ein großes "X" erkennen. Darunter stand - und auch Eve lehnte sich vor um es besser auf dem gefleckten Fetzen Pergament zu entziffern - "Al Akir" und "Der flüsternde Berg". Das Papier schien schon einige Dekaden auf dem Buckel zu haben, dennoch oder gerade deswegen schaute sich Keucher es ganz genau an.

Sie wusste, das er früher selbst zur See gefahren war und nicht ganz unbewandert war im Karten lesen, war er doch ein meisterlicher Geschichtenerzähler der zu später Stunde noch die Dorfjugend mit seinen Eskapaden aus der Zeit unterhielt, als er noch zur See fuhr. "Hm....", Keucher kratzte sich am Bart, "....wertlos", und ließ das Pergament verächtlich auf den Tisch fallen. "Das ist ein Küstenabschnitt von Kalimdor und soviel ich weiß, ist das heutzutage verseucht von Trollen und anderem Gesocks", fuhr er fort. "aber wenn Ihr unbedingt weiterspielen wollt, so gebe ich Euch eine letzte Chance. Von mir aus um diesen wertlosen Fetzen, als Einsatz für 10 Silberstücke. Ihr sollt schließlich nicht auf der Straße übernachten müssen." Keucher grinste breit und Goldzahn knirschte mit den Zähnen. Sie merkte, das es nun Zeit war für eine entspannende und konzentrationsfördernde Schulternmassage, wie sie es in diesem Stadium des Verlierens immer mit ihren "Kunden" tat.

Die letzte Runde begann und Keucher ließ sich Zeit, seinem gegenüber den Todesstoß zu versetzen, während Goldzahn schwitzte, als ob das Geld, das er den Abend verspielt hatte, einem großen bösen Oger gehört hatte, der ihn heute Abend noch dafür zur Rechenschaft ziehen würde. Doch alles nützte nichts, mit einem siegessicheren Lächeln deckte der Keucher sein Blatt auf, Karte für Karte, wie in Zeitlupe. Goldzahn schnaubte, zitterte und fluchte, während der Keucher seine gewonnenen Silberlinge einstrich. Das war zuviel für Ihn. Goldzahn stand mit einem Mal auf und verließ raschen Schrittes den Raum öffnete die Türe, wirbelte noch einmal herum um Keucher, der triumphierend in seinem Sessel saß, ein letztes Mal in die Augen zu blicken. Dann donnerte er mit einer Gewalt die Tür zu, die sie schier aus den Angeln hätte springen lassen. Doch nicht nur das. Hinter ihr tat es ein lautes 'Klirr!', als der Spiegel aus dem präparierten Bild auf den Boden fiel und in ein dutzend Splitter zerbrach. Keucher fiel die Kinnlade herunter, sie sprang den Scherben aus dem Weg an die Wand und die Türe öffnete sich im selben Augenblick. Goldzahn stand da und starrte auf das große, rechteckige Loch im Bilderrahmen, dann sah er herunter zu den Scherben, dann zu Keucher. Keucher drehte den Kopf herum zu Goldzahn und zog ein Fischermesser aus seinem Stiefel, während Goldzahn brüllte: "Das ist Dein Todesurteil!". Darauf hin schlug er die Türe wieder zu, in der ein Sekundenbruchteil später Keuchers Messer steckte. Die schnellen, sich entfernenden Stiefelschritte Goldzahns zeugten von dessen Angst, das Keucher ihn mit diesem Wissen nicht davonkommen lassen wollte. "Verdammt!", brüllte Keucher, eilte zur Tür, zog sein Messer heraus und entschwand aus dem Hinterzimmer, während Eve immer noch an der Wand stand und erstmal nicht wusste, was sie tun sollte.

Von draussen hörte sie die aufgeregte Stimme Keuchers und das typische Fluchen von Leet. Sie lugte durch die offene Türe, sah wie Keucher Leet den Beutel mit den gewonnenen Silbermünzen und das Pergament überreichte und mit den Worten "den Knöpf ich mir vor, keine Sorge. In Menethil gibts keinen Ort wo er sich vor mir verstecken könnte" die Kaschemme verließ. Leet schloß die Eingangstüre der Schankstube hinter ihm, verriegelte sie und warf einen Blick in den Beutel. Dann schob er sich das Pergament in die Hose und kam auf Eve zu. "Was glotzt Du so blöd, Göre?!" Er holte mit der Hand aus, um Ihr eine Ohrfeige zu verpassen, doch Eve duckte sich unter seinem Arm hindurch und verschwand die Treppen nach oben in ihre winzige Stube, die Ihr Zuhause war.

Mitten in der Nacht erwachte sie. Draußen bellte ein Hund und der Schein des Mondes reflektierte auf den Wellen in der Bucht von Menethil. Sie sah die Silouetten der Barken sich langsam im Rythmus der Flut wiegen. Sie rieb Ihre Augen und starrte eine zeitlang geistesabwesend aus dem Fenster, als sie ein Poltern aus Ihren Gedanken riss. "Hilfe!". "Bleib stehen Du Hund!". Wieder ein Poltern. Das kam nicht von der Straße, sondern von Leets Zimmer, am Ende des Flurs. Der Geruch von Rauch kam ihr in die Nase. Sie warf einen Blick nach unten und sah einen Schatten um das Haus schleichen. Schnell schlüpfte sie in Ihre Stiefel, warf sich einen Umhang um und verließ Ihr Zimmer. Ein Flackern aus der Schankstube verriet Ihr, das es unten brannte. Plötzlich ein gellender Schrei! Die Tür am Ende des Flures wurde aufgeworfen und ein Mann - derselbe junge Mann der Goldzahn heute beim Spiel begleitet hatte, stand dort, wankend. In einer Hand hielt er einen blutverschmierten Dolch, in der anderen Hand das Pergament, das der Keucher von Goldzahn gewonnen hatte. Im Hintergrund sah sie Leet, der mit weit aufgerissenen Augen und beiden Händen versuchte zu verhindern, das noch mehr Blut aus der klaffenden Wunde an seinem Hals schoss.

"Eve...", gurgelte er und deutete auf den Mann, der selbst verwundet schien und sich Ihr entgegen schleppte. Hastig öffnete sie die Türe zu Ihrer Kammer und riss die Schublade Ihres Nachttisches auf, aus dem sie einen langen Dolch zog. Als sie sich umwandte, um zurück auf den Flur zu kommen, sah sie den Mann bereits an Ihrer Türe stehen. "Ich tu Dir nichts...", keuchte er unter Mühen und Schmerzen. Leet musste ihn ebenfalls schwer verletzt haben. Sie stand da und starrte ihn an, während Gedankenfetzen durch Ihren Kopf rasten. Der Mann drehte sich um und ging die Treppen zum Schankraum hinunter, der mittlerweile lichterloh brannte. Von draussen hörte sie Stimmen, "Feuer! Feuer!". Plötzlich ging alles wie von selbst. Sie machte ein paar schnelle Schritte nach vorne, holte aus, und stieß dem verletzten Fremden von hinten den Dolch zwischen die Schultern. Der stöhnte, klappte nach vorne um, und rasselte den Rest der Treppe hinunter in den brennenden Schankraum. Eve zögerte nicht ihm nachzusetzen und entriss ihm den Dolch, das Pergament und den Beutel Silberlinge, der an seinem Gürtel befestigt war und eilte zurück nach oben. Dort rannte sie den Flur bis zur Tür zu Leets Schlafgemach, worin Ihr ehemaliger Chef und Peiniger bereits seine letzten gurgelnden Laute von sich gab, während die Blutlache um ihn herum immer größer wurde. Er starrte sie an und reckte die Hand nach ihr. Doch ohne ihn anzublicken ging sie durch den Raum zum Schrank, schob ihn beiseite und trat die geheime Tür auf, die in den Gang dahinter führte. Dann rannte sie nur noch, Treppen hinunter, durch den Keller, die Weinfässer zur Seite und den Tunnel zum Strand, wo sie sich unter dem Licht des Neumondes erschöpft in den Sand fallen lies. Minuten vergingen, bis sie sich regte, und die Glocken des Rathauses von Menethil läuteten Alarm.

Plötzlich schoss es Ihr wie ein Blitz durch den Kopf! Darcy. Wie von der Tarantel gestochen rannte sie am Strand entlang zum Pier, wo sich bereits eine Traube von Menschen, Helfern wie Schaulustigen, vor der Kaschemme versammelt hatten, aus deren Fenstern Flammensäulen stachen. Eve ballte die Fäuste, und Tränen schossen Ihr in die Augen. Wie hatte sie nur Darcy vergessen können. Doch trauern konnte sie nicht lange. Mit einem Mal erblickte sie ein bekanntes Gesicht in der Menge: Goldzahn. Er stand etwas abseits im Schatten einer Gasse und blickte konzentriert auf die Fenster, in der Hoffnung es würde doch noch ein Lebender aus dieser Feuerbrunst schaffen. Eve tauchte unter. Schnell weg hier, weg von diesem Ort, weg von Menethil. Die nächste Kutsche nach Loch Modan geht vor Sonnenaufgang, die müsste sie bekommen. Und dann weiter, bis Ironforge oder noch weiter. Goldzahn dürfte nie erfahren, das jemand überlebt hatte, geschweige denn sie die Karte hatte. Sie würde sich einen neuen Namen geben, sich in neue Kleider hüllen und soweit wie möglich reisen. Vielleicht Goldshire. Vielleicht noch weiter. Geld hatte sie ja nun genug. Doch verzeihen würde sie sich das nie, was in dieser Nacht geschehen war.



Von Anthrazides

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