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Dialog-information Info: Dieser Artikel beschreibt einen inaktiven Spielercharakter.

Töten oder getötet werden - die Geschichte eines Weibes, einer Ehefrau und Mutter - das Leben der Lorela Selenas.

Jahre vor dem Einmarsch der Geißel...

Die Familie Selenas lebte, wie viele andere Blutelfen auch, in der Hauptstadt des Königreichs, in Silbermond. In einem durchschnittlichem Haus, mit durchschnittlichen Lohn, durchschnittlichen Möbeln, durchschnittlichen Nachbarn, durchschnittlichen Kindern, durchschnittlichen Eltern, Großeltern und Schwiegereltern...alles war durchschnittlich...

Doch manchmal trügt der Schein...der ganz und gar nicht "durchschnittlich" war...

Das tragische Schicksal von Lorela begann an einem sonnigen Tag im Herbst am Markt von Silbermond. Sie war gerade damit beschäftig die Einkäufe für diese Woche zu erledigen, als sie ein seltsam ungutes Gefühl im Nacken spürrte. Es stellte ihr die Härchen auf. Es war als würde ein Käfer oder so was in der Art ihr im Nacken sitzen, aber dem war nicht so. Weder ein Käfer, noch sonst irgend ein Insekt saß auf ihr. Sie kratzte sich am Nacken und das Gefühl verschwand. "Komisch", dachte sie und schenkte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Einkaufen.

Selbst Blutelfenfrauen kauften gerne ein. Anscheinend haben das alle weiblichen Wesen einer jeden Rasse gemeinsam - Einkaufen.

Den kleinen Weidenkorb von ihrer Schwiegermutter, den sie als Geschenk ihrer Vermählung mit Kratos bekamm, trug sie am rechten Arm. Mit der linken prüfte sie das Obst, Gemüse und sonstige Waren. Ihrem prüfendem Auge entkam Nichts und Niemand. Sie betrachtete die Waren sorgfälltig. Sah sie sich genau an, verhandelte zu einem Preis der fast schon dem Diebstahl nahe kam, bezahlte das Zeug, legte es sorgfälltig zu den anderen "gestohlenen" Sachen und ging mit einem zufriedenen Lächeln zum nächsten Händler.

Auf der Einkaufsliste standen heute: frisches Obst für die Kinder, Gemüse zum Kochen, Werkzeuge schleifen und reparieren lassen, Stoffe kaufen für die Großmutter zum Nähen und ein paar nette Geschenke für die Verwandten, die diese Woche nach Silbermond auf Besuch kommen wollten. Gegen Mittag waren alle Einkäufe erledigt. Hungrig kam Lorela nach Hause.

Marla und Jukan begrüßten ihre Mutter mit einem "Ich hab Hunger!" und "Was gibts zu Essen?". "Hallo erstmal ihr zwei" grinste sie den beiden entgegen. Sie verstanden den Wink natürlich nicht, wie den auch. Marla war das älteste von den beiden Kindern und grade mal 6 Sommer alt. Jukan wurde vor paar Tagen erst 4. Beiden waren hübsche Kinder. Marla hatte die Augen ihres Großvaters, strahlend grün, eine kecke Nase und einen kleinen Mund. Schulterlanges goldenes Haar wie ihr Vater und eine zierliche Statur. Jukan war ganz sein Vater. Für 4 Sommer war er schon recht groß. Man sah ihm an das er mal ein starker Mann werden würde. Er war derjenige der neben Kratos dafür sorgte, das Lorela regelmäßig zum Markt gehen musste. Er verschlang Unmengen an Essen, schlief nur wenig und war überall und niergends, hatte seine Finger dort wo er sie nicht haben sollte.

Aber so waren Kinder nun mal. Man musste auf sie eben aufpassen.

Wegen Marla machte sich ihre Mutter keine Sorgen. Sie war ein aufgewecktes Mädchen, aufmerksam, zielstrebig und geduldig, jene Eigenschaften die Lorela auch besaß. Trotzdem fragte sie sich manchmal, woher sie nur ihre Ideen nahm um lauter Unfug anzustellen mit ihrem Bruder. Der ihr überall hin folgte, egal wohin.

Jukan war genau das Gegenteil. Er machte immer das was Marla ihm auftrug. Putz die Stiegen, räum mein Zimmer auf, trag den Müll raus, füttere den kleinen Flügeldrachen und ärgere mich nicht...das waren nur ein paar "Befehle", die Jukan ständig ausführte. Und er ließ es sich gefallen.

Lorela war gerade dabei das Gemüse zu waschen, als Marla ihrem jüngeren Bruder wieder einmal klar machte, wer von den Beiden die Klügere ist. "Jukan, wie oft soll ich dir das noch sagen? Orks sind grün...verstehst du? G...R...N...!" fuhr sie ihn an. Lorela musste leise kichern, da Marla erst seit einem halben Jahr zur Schule ging und es mit dem Buchstabieren einzelner Worte noch nicht so richtig klappen wollte.

"Ü!" "Was?" "Du hast das Ü bei Grün vergessen, mein Kind!" "Hab ich nicht Mutter, ich kann das Wort buchstabieren...", mit diesen Worten stapfte sie davon, jedoch nicht ohne Jukan am Arm zu packen um ihn hinterher zu schleifen. "Marla, ich hab aber Hunger! Mir tut schon Bauch weh!" maulte Jukan. "Das heißt, der Bauch...und nicht einfach nur Bauch, klar?" "Hä?" "Ach vergiss es...du Ork" schnaupte sie.

Lorela war erstaunt über ihre Tochter, "Wie aufgeweckt doch dieses Mädchen ist, hihi genau wie ich!", dachte sie. Ohne weitere Unterbrechungen konnte sie das Mittagessen fertig kochen, die Stoffe noch zu ihrer Großmutter bringen, das Werkzeug dort hin räumen wo es hin gehörte und fand trotz allem noch etwas Zeit für sich selbst. Sie lungerte auf einem Holzsessel mit gschloßenen Augen und dachte nach.

Wenig Zeit später kam Kratos von der Arbeit nach Hause.

Verschwitzt und dreckig...wie immer. Kratos war Arbeiterer bei der Verwaltung von Silbermond. Seine Kollegen und er waren dafür verantwortlich, das die Stadt in Schuß gehalten wird. Mit kleinen Ausbesserungen dort, Verschönerungen hier und Erneuerungen da.

Eine anstrengende Arbeit, wie Kratos ihr schon mehrmals geschildert hatte. "Wir arbeiten ja auch im Winter, wenn Schnee liegt und im Sommer wenn die Sonne scheint" meinte er erklärend. "Aha und?...Die Abende in der Taverne? Arbeitet ihr dort auch? Im Winter und im Sommer? Wenn Schnee und Sonne euch durstig machen?" schnaupte Lorela mit verschränkten Armen. "Lorela, bitte...fang nicht damit schon wieder an...du weist...was wir arbeiten...UND du weist auch das ich mit meinem Freunden nach der Arbeit in die Taverne geh um mich zu Erholen vom Dienst! Versteh das doch." "Ach Erholen?", sagte sie schnippisch, "erholen nennt das der Herr also? Erholen kannst du dich zu Hause auch...bei mir und den Kindern...und nicht in der Taverne, bei diesen Trunkenbolden und diesen...diesen...diesen...eben anderen Frauen...du hast mich! Reicht dir das etwa nicht? Gefalle ich dir nicht mehr oder bin ich dir nicht gut genug?"

Kratos verdrehte die Augen, er wusste worauf sie hinauswollte. Dieses ewige Hin und Her machte ihm zu schaffen. Er liebte seine Frau und seine Kinder über alles. Lorela war für ihn die schönste Frau auf Erden, sie war für ihn noch immer so schön wie am ersten Tag, als sie sich kennen lernten. "Lorela mein Schatz", sagte er in einem beruhigendem Tonfall, kam näher, legte beide Arme auf ihre Schulter, "es gibt doch nur dich für mich, Lorela...das weist du doch...Du und sonst keine...Ich liebe dich...du bist die wunderbarste Frau dich sich ein Mann nur wünschen kann! Hm?", meinte er treuherzig. Sah ihr tief in die Augen und lächelte aufmunternd.

"Die schönste Frau sagst du?" Ihre Augen wurden langsam glasig und die erste Träne rollte ihre Wange hinunter. "Aber warum bist du dann nicht bei mir? Ich möchte doch nur, das du mir etwas hilfst und..." schluchzte sie. "Es tut mir leid, verzeih mir bitte. Ich habe verstanden. Ich helfe dir ab heute". Dann küssten sie sich. Das war vor 2 Wochen.

Da Kratos aber nun mal ein Mann war und kein kleines Kind mehr, tja...er konnte sich beim besten Willen und so sehr er sich auch anstrengte nicht daran erinnern, jemals so etwas gesagt zu haben.

Wie auch immer, ihre Ehe verlief im Großen und Ganzen, eigentlich Harmonisch. Sie machte Kratos etwas zu essen, setzte sich neben ihm hin, stütze ihren Kopf auf die Hände, Ellenbogen auf dem Tisch und sah ihren "Göttergatten" beim Essen zu. "Au, heiß", keuchte er. "Ist ja auch frisch gekocht!" "Es wird nie so heiß gegessen, wie gekocht wird" raunte er. "Was meinst du?" "Ach nichts, ist mir gerade so eingefallen!", erklärte er schnell.

"Kratos ich hab deine Werkzeuge schleifen und reparieren lassen, sie liegen wieder an ihren Plätzen!" "Danke mein Schatz!" Mit diesen Worten küsste er sich auf die Stirn.

"Und noch was Kratos...ähm...meine Schwiegereltern kommen morgen zu Bes...". Weiter kam sie nicht. Kratos prusstete das Essen in kleinen Stückhen heraus und hustete mehrmals übertrieben.

"WAAAASS?" fauchte er. "Was soll das heißen?...Wie deine Eltern kommen morgen zu Besuch? Seit wann? Äh ich mein, wann?" "Ja morgen eben..." "Ja wie morgen eben...wann genau? Und wieso kommen die auf die Idee uns zu besuchen? Morgen ist doch nicht etwa unser Hochzeitstag?" fragte er.

"Hochzeitstag? Ich glaub ich spinne...du weist nicht mal, wann unser Hochzeitstag ist?" flog sie ihn an. Sie stand bereits und stützte sich mit den Händen auf den Tisch. "Ähm natürlich nicht...ich war jetzt nur etwas überrascht...he he", versuchte er ihr auszuweichen. Aber Frauen haben so eine gewisse Art, eine Gabe um zu merken, wann ein Mann weis an welchem Tag der Hochzeitstag war! Und Lorela hatte soeben Kratos dabei erwischt, das er es NICHT wusste.

Sie beugte sich hinunter zu ihm, kniff die Augen zu und redete leise. "Ich warne dich mein Lieber, treib es nicht zu weit...sonst...". Kratos schaute ihr schon gar nicht mehr in die Augen. Viel mehr intressierte ihn Lorelas Ausschnitt von ihrem Kleid. "Mhm...welch bezaubernder Anblick, hehe". Lorela folgte Kratos Blick, sog hörbar die Luft duch den Mund ein, fasste sich mit einer Hand am Ausschnitt, schloss ihn, errötete und stürmte aus dem Zimmer.

Genüßlich aß Kratos zu Ende. Schlürfte hörbar, was er sonst nie am Tisch machen würde, wenn Lorela oder die Kinder dabei waren. Ließ das schmutzige Geschirr einfach stehn und liegen, stand auf und ging in den Garten um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. "Welch herrliches Leben ich doch habe...eine wunderschöne, kluge Frau...und zwei bezaubernde Kinder", dachte er sich. Doch traurig starrte er dann zu Boden..."Wenn sie doch nur wüssten..." Ein leises Geräusch weckte ihn aus seinen Gedanken. Suchend schaute er sich um, konnte aber nichts merkwürdiges entdecken. Zufrieden strahlte er über beide Ohren und wandte sein Gesicht der Sonne zu, schloß die Augen und träumte von einem besseren Leben.

Nachdenklich saß Lorela auf ihrem Bett, die Beine angewinkelt und umarmte sie. Das Kinn auf die Knie gelegt und starrte in weite Ferne. "Wo soll das nur hinführen?", dachte sie. "Was für einen Mann habe ich da bloß geheiratet? Großmutter hat wahrscheinlich recht - es wird noch ein schlimmes Ende mit uns nehmen, wenn das so weiter geht!"

Mit dieser Vorhersage, traff Lorelas Großmutter, ins Schwarze.

Ein großer Schatten entstand über Kratos! "Ah, sie hat sich also wieder beruhigt", dachte er sich mit geschloßenen Augen. "Hab ich dich!" Er riß die Augen auf und starrte ein vermumten Gesicht an. Vor Schock brachte er kein einziges Wort heraus.

"Du bist ein Dieb, Kratos Selenas...jawohl ein schmutziger Dieb..." zischte die Stimme hervor. Sie war dunkel und boshaft, die Stimme eines Mannes. "Lorela...", war das einzige was Kratos hervorbrachte. Die Gestalt legte den Kopf schief und näherte sich Kratos Gesicht. "Ah...Lorela...ja deine Frau" kicherte die Gestalt. Kratos war der Dolch an seiner Kehle nicht aufgefallen.

Mit einer gekonnten Bewegung schnitt der Dolch durch Fleisch, Muskeln und Sehnen. Ein grausiger Anblick. Welch schreckliche Tat.

Lorela saß noch auf ihrem Bett, in Gedanken versunken und dachte immer noch nach. "Es hilf ja alles nichts...Ich muss mit ihm reden...endgültig". Sie stand auf, ging die Treppe hinunter Richtung Garten und blieb wie vom sprichwörtlichen Blitz getroffen stehen. Starr vor Schreck und Angst.

Direkt vor ihren Augen spielte sich ein grauenhaftes Szenario ab. Eine komplett in schwarz gekleidete Gestalt, schnitt fieberhaft an Kratos herum. Nein, nicht irgendwo...sondern genau an seinem Kopf. Er wollte doch tatsächlich den Kopf von Kratos von seinem restlichen Körper trennen. Was aber noch schrecklicher war, Kratos lebte noch.

Sie konnte dies Bild nicht mehr mit ansehen, schloß die Augen und hoffte das sie sich das Alles nur einbildet. Aber sie konnte die Geräusche von Kratos hören. Wie er versucht zu atmen, weißer Schaum quoll aus der Schnittwunder hervor und er röchelte die ganze Zeit. Auch die Schnittgeräusche hörte sie, wie Fleisch geschnitten wurde und die Atemgeräusche der vermumten Gestalt.

Als sie die Augen öffnete, starrte Kratos sie mit seinen blassen leblosen Augen an. Den Mund weit geöffnet, voller Blut. Die einzige Bewegung von Kratos waren jene die der Dolch verursachte als er an Kratos Kopf schnitt.

Lorela wurde schlecht, sie keuchte auf. Plötzlich riß die Gestalt ihren Schädel herum und fixierte Lorela. Ihr wurde schwindelig von dem schrecklichen Anblick und kippte vorn über. Sie schlug auf dem Boden auf, aus ihren Lungen wurde jegliche Luft herausgepresst. Sie konnte nicht mehr atmen, geschweige noch denken. Der Refelx zum Atmen ließ einfach aus. Ihre Augenlieder blinzelten unaufhörlich, sie verdrehte die Augen. Würde man ihr in die Augen sehen würde man nur das Weis des Augapfels sehen. Ihr Körper fing an zu zittern.

Nach einer halben Ewigkeit, so schien es ihr, schlug sie die Augen wieder auf. Stöhnte kurz vor Schmerzen auf, richtete sich auf, dabei stützte sie sich auf ihren Händen am Boden ab. Ihr Kopf hing einfach nur hinunter, aber sie konnte die Schritte des Unbekannten hören.

"Sie her", sagte er. Lorela wusste zwar welch grausigen Anblick auf sie warten würde, aber sie konnte auch nicht anders. Sie hob den Kopf und starrte genau in Kratos blutverschmiertes Gesicht. Seine Augen waren verdreht, leblos und grau. Seine Zunge hing unnatürlich aus dem Mund, seine Zähne rot vor Blut, sein Haar zersaust und von seinem Hals tropfte immer noch der rote Lebenssaft. Sie musste sich übergeben. Sie spie alles heraus was in ihrem Magen drinnen war, auch als er leer war, wollte der Brechreiz einfach nicht aufhören.

Der Kopf machte einem anderen Kopf Platz. Ein Schädel eingehüllt in einem schwarzen Tuch. Man konnte die Umrisse der Augen, Nase, Mund, Ohren nur erahnen, aber nicht sehen. Wie eine schwarze Masse mit Höhen, Tiefen und Ebenen, blickte sie an. "Hübsch, nicht wahr?" flüsterte die Stimme. Der Mann war in die Hocke geganen und hielt ihr den leblosen Kopf so hin das sie beide Köpfe im Blickfeld hatte.

Aus Lorelas Mund tropfte der Speichel nur so heraus. Ihre Augen weinten Tränen vor Anstrengung und ihre Nase lief ebenfalls. Ein neuerlicher Brechreiz, mit einem würgendem Geräusch ging sie weiter Richtung Boden zu. Ihr Gesicht berührte das bereits Erbrochene. Der Geruch tat sein Übriges.

Der schwarze Mann lachte leise, richtete sich auf und ging ohne ein weiteres Wort. "Wa..wa..war...warte" keuchte Lorela. Den Kopf geneigt und mit einer Hand griff sie in die Luft, Richtung Kratos. Der schwarze Mann drehte sich um, ging in die Hocke und fixierte sie eindringlich.

Von Lorelas Fingerspitzen tropfte Erbrochenes. Sie sammelte sich ein wenig, so weit ihr das möglich war und sagte nur ein Wort "Warum?". Die Gestalt ging jetzt doch auf sie zu, kurz vor der zusammengebrochenen Frau ging sie wieder in die Hocke und gab zur Antwort "Bloß so!" Damit war es mir Lorela vorbei, sie brauch endgültig zusammen und fiel mit ihrem Oberkörper in das erbrochene Essen.

Der schwarze Mann verschwand in die letzten Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne.

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