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Die Schattenwirker

((Die nun folgende Geschichte ist aus gewissen Zufällen entstanden, welche zu Großteilen mit den Charakteren, Tallas Beyugad und den beiden Schwestern Lenola und Tendreha zusammenhängen.))

Das Buch vor euch, verbirgt sein Alter nicht. Die Seiten sehen zerfleddert aus, und alles darin ist Handgeschrieben. Die Schrit und Sprache eines Menschen füllt die Seiten und keine davon sieht aus, als wäre sie zuvor schon einmal gelesen worden.

Die Welt hinter uns

Vor tausend Jahren kam es zur Spaltung Lordaerons in die sieben Königreiche. Die Menschen spalteten sich, führten Kriege gegeneinander und die Gesellschaft wandelte sich über hunderte von Jahren, um ihre eigenen egoistischen Ziele zu verfolgen. In diesen Zeiten gab es einen Kult, der fernab der Gesellschaft seine eigenen Interessen verfolgte. Nicht der Krieg, der Wohlstand oder die Reputation unter den Menschen war der Trieb, sondern um das Wissen der alten Zeiten zu bewahren und den Wandel der Menschheit für alle Generationen danach festzuhalten.

Maelton Dandiel war der erste derer, die das Wissen in große Bücher niederschrieb, dies alles fein protokollierte und seine Räume in der Siedlung der Hochelfen Dalarans in eine Bibliothek voll uraltem doch lückenhaften Wissens verwandelte. Als Kind einer Hochelfin und eines Menschen war es ihm einfach, die Lehren der Magie zu verstehen ... und zu untergraben, indem er sich seine eigenen Wege der Nutzung suchte. Auch brachte ihm dieses Erbe den Vorteil eines längeren Lebens im Vergleich zu den Menschen, dessen er sich erst im Alter von 30 Jahren bewusst wurde, da sein Antlitz noch immer dem eines Jugendlichen glich. Es kam die Zeit als er sich mit all seinem Hab und Gut gen Stormwind aufmachte - nach dem Fall Arathors das größte verbliebene Königreich der Menschen. Er fand dort Unterschlupf in einem Gasthaus und wenig später als Berater im Schloss des Königs.


Dort war er sehr vertieft sich tagtäglich die Bücher der hiesigen königlichen Bibliothek einzuverleiben und fand merkwürdige Ungereimtheiten bei der Erbauung der Stadt. Viele Gänge und Fundamente, die dereinst angelegt wurden, um die hohen Bauten zu tragen waren seltsam konstruiert, mit Gängen versehen, die nach der Bebauung scheinbar zugemauert wurden. Auch entdeckte er in den alten Schriften, die bis in die Zeiten der Trollkriege reichten, die Entstehung eines Kultes, welche sich der Kraft der Schatten bedienten. Dies war es, was Maelton begeisterte, führten doch seine Studien ihn auf ähnliche Wege, weg von den arkanen Kräften hin zu gefährlicheren und mächtigeren.


Aus den Geschichten, die ihm seine Mutter bis vor ihrem Tode in seiner Jugend erzählte, wusste er von dem Einfall der Geißel und der Bedrohung, die damit einhergeht, sollten sie nochmals den Weg nach Azeroth finden. Er kannte die alten Theorien, welche belegten, dass die arkanen Kräfte wie ein Köder auf die brennenden Horden wirkten und dass sie der Grund waren, dem Volk der Nachtelfen den Rücken zu kehren, doch er weigerte sich, sich diese Kräfte zu nutze zu machen, obgleich ihn die Magie begeisterte. Und so fand er seinen Weg in der Kraft der Schatten, nährte seine Stärke an ihnen und wurde sogar eins mit der Lichtlosigkeit.


Der Kult der Schattenverzehrenden wurde recht schnell auf das Tun Dandiels aufmerksam. Sie verfolgten all seine Studien aus dem Verborgenen, scheinbar davon angetan, wie schnell er sich die Kräfte zu Eigen machte. Nur durch das Missgeschick eines Spions, der sich in der falschen Ecke verbarg wurde Maelton klar, dass die Geschichten die er kannte nicht mehr länger nur Gerüchte waren. Der Kult hatte sich in die Tiefen einer Katakombe zurückgezogen, unter der Enklave der Hochelfen in Stormwind, welche heute bekannt ist als Distrikt der Magier.


Von dort sammelten sie das Wissen über die Magier der Stadt und suchten ihre Wege, Nutzen daraus zu ziehen. Viele von ihnen waren Meister darin, sich in den Schatten zu verbergen, sei es durch die hohe Verbergungskunst der Schattengänger oder durch die magischen Künste der Schattenspinner, welche sich in all den Jahren die Kraft aneigneten die Schatten selbst zu bündeln und Teil davon zu werden. Einige Wenige gab es, die diese Macht nicht einzuschätzen wussten oder sich selbst zu sehr überbewerteten. Diese Wenigen verschwanden einfach in der Dunkelheit und wurden nie wieder gesehen, mit der sicheren Gewissheit, dass manche Schatten des Nachts noch ihre Seelen trugen und ihrem Besitzer nicht vollends zu folgen vermochten.


Der Kult wuchs ohne das Wissen der Bevölkerung zu Hunderten an, doch Gerüchte über Geister und dunkle Gesellen machten sich breit unter den Einwohnern. Maelton, der sich nach 10 Jahren der Zugehörigkeit, dem intensiven Lernens und der Hingabe zu dem Kult zu deren Oberhaupt gemacht hatte, wusste dass es eine Frage der Zeit wäre, bis die Obrigkeit der Stadt diese Machenschaften aufdecken würde. Also besann er sich den alten Studien der Baupläne Stormwinds und entdeckte bald, dass der damals entstandene Verdacht Wirklichkeit war. Unter den Fundamenten der Kathedrale und dem Altstadtviertel waren lange Gänge verborgen, die scheinbar unsagbar weit in die Tiefe der Erde führten. Es ließ sich nur im Ansatz erahnen, wer diese gebaut hatte und zu welchem Zwecke, doch dies sollte sich ergründen lassen – mit einem Besuch.

Die Schönheit der Schatten

Die Dunkelheit begrüßte Maelton Schattenwirker, der seine Fackel fast schützend vor sich hielt. Die feine Robe hing schlaff und tropfend an ihm herab. Es hat fast ein ganzes Jahr gedauert, endlich den Eingang in die geheimen Katakomben zu finden. Jetzt endlich war er seinem Ziel so nahe. Also lief er los. Immer bergab und irgendwann bemerkte er die leichten Bögen schon nicht mehr, die er permanent lief. Der Gang schien in einer Spirale immer weiter nach unten zu führen. Die gemauerten Wände waren aus einem Stein, den er noch nie zuvor gesehen hatte, so glatt und gerade, dass man kaum die Fugen erkennen konnte. Als seine Fackel erlosch, bemerkte er, dass die Steine ein schwaches Leuchten ausstrahlten. Maelton vermutete, dass sie das Licht verzehrten, wie die Schattenwirker es den Schatten gleichtun. Der Gang war breit genug, um eine Kutsche hindurch zu treiben, doch welches Pferd würde hier unten wohl freiwillig auch nur einen Schritt machen?


Maelton taten die Füße weh. Er hatte überschätzt, was ihn erwartete. Dieser Gang war weit länger, als er es in den Plänen jemals für möglich hielt und es war immer gleich. Er ruhte nun schon zweimal in der Dunkelheit und nur das schale Wissen, um die Feuermagie bereitete ihm etwas Licht und Wärme. Er wusste nur, dass er richtig lief, immer bergab. Sein Brot, was er mit sich trug, schwand langsam dahin und er fürchtete, bald umkehren zu müssen, wenn er nicht verhungern wollte. Aber er lief weiter.


Maelton vermutete, dass es der vierte Tag seit seinem Abmarsch sein musste, als er langsam aber sicher ein fahles Glühen hinter der Kreuzung vernahm. An diesem Tag verzichtete er auf das Licht der Fackel, denn seine Augen schienen sich wunderbar mit der Dunkelheit abzufinden.


Das Glühen kam näher, doch der Gang öffnete sich nicht weiter. Nur langsam konnte er sehen, was vor ihm lag und so gerne er sich geeilt hätte, ihm fehlten die Kräfte. Er wähnte sich verloren, denn trotz dem Wissen, kein Brot mehr für den Weg nach oben zu haben, lief er weiter. Er stand an die Wand gelehnt noch in dem Gang und erkannte das Glühen schlagartig. Es war das Magma aus dem inneren Azeroths was durch die Felsen schien! Nicht so, als würde es durchbrechen, mehr als sei es gewollt. Die Helligkeit blendete ihn. Ein Mensch, der aus dem Tage in diese Höhle geworfen werden würde, könnte sich wahrscheinlich nur tastend bewegen, weil es zu dunkel war, um ihn etwas erspähen lassen zu können, doch Maelton erkannte nach Tagen der Dunkelheit alles, was vor ihm lag. Die riesige Höhle, das Schimmern des Flusses, woher auch immer dieser kommen möge und die Siedlung, die in der Mitte unter dem Gewölbe vor ihm lag. Keine Mauern umrandeten sie, wofür auch. Die Häuser waren wohl aus dem gleichen Stein, wie auch die Gänge und eine Burg auf der Anhöhe ließ vermuten, dass hier ein ganzes Volk lebte.


Maeltons Weg führte ihn zu dem Fluss, denn sein Durst war übermächtig. Erst vorsichtig trinkend kostete er genießend das kühle Nass und schlürfte schließlich gierig aus dem See, in welchem der Fluss neben der Siedlung aufgestaut wurde. Nachdem sein Durst gestillt, war saß er minutenlang am Ufer und musterte alles, die Häuser, Straßen und Dächer, den Boden der Höhle, die seltsamen Pflanzen, die dieser Dunkelheit trotzten und die Decke. Eines war seltsam, diese Idylle ließ nichts unbewohnt aussehen und doch sah er keine Seele in den Straßen, kein Geräusch drang an sein Ohr, was darauf schließen ließ, dass jemand zu Hause war.


Er überlegte noch kurz und machte sich dann auf, die Siedlung in Richtung der Anhöhe zu betreten. Selbst mitten drinnen hörte er nichts. Manche Türen standen offen und ein Blick hinein gab nichts ungewöhnliches Preis. Niemand schien hier in Eile gegangen zu sein. Einzig fiel ihm die seltsame Architektur auf, die ihm seltsam bekannt vorkam, doch fehlte ihn noch ein Stück des Bildes, um es erkennen zu können. In der Burg angekommen suchte er den Saal des Regenten, in der Hoffnung, eine solche Hierarchie hier vorzufinden und dort eventuell etwas über den Verbleib der Einwohner zu erfahren. Er wurde fündig.


Der Raum war weit größer als andere, die er hier zuvor sah. Ein prächtiger Leuchter zierte die Decke und gegenüber einer massiven Holztür stand er. Ein Thron, gemeißelt aus Stein und auf ihm der Herrscher über dieses Dort. Der Schädel ruhte noch immer auf den Schultern des Skeletts und Maelton sah sofort, dass dies kein Mensch war. Er sah aus wie ein Zwerg, doch das was von ihm blieb, waren keine Knochen sondern Steine. Maelton besann sich alter Schriften, die von den Schöpfungen der Titanen berichteten und war sich sicher, dass dies hier die Irdenen seien, wohl ein Teil davon, möglicherweise der Versuch der Titanen, sie in Isolation leben zu lassen.


Nur dieses eine Skelett blieb in der Höhle zurück. Der Schattenwirker ließ sich die Zeit und durchsuchte jedes Haus, und nirgends konnte er mehr Überreste dieser Zwergenurväter finden, scheinbar verließen sie die Höhle um an die Oberfläche zu gehen, vor Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden. Keiner konnte das sagen, denn hier schien die Zeit still zu stehen seit dem Untergang. Maelton durchlief diese Stadt und mit jedem Schritt, den er hier seit seinem Eintreffen tat, formte sich ein Plan in seinem Kopf. Der Halbelf, welcher den Kult der Schattenwirker seit Jahren mit Weisheit und Ruhe führte, wusste, dass sie weg mussten von dem Reich der Menschen. Krieg drohte unter den Nationen und wenn sich bewahrheitet, was einst die Nachtelfen als Warnung mit auf den Weg gaben, dann mussten sie Sicherheit suchen, fernab von der Oberfläche – hier!

Erhoffte Dunkelheit

Maelton kehrte mit Hilfe neuer Nahrung, die er dort unten in Form von Pilzen fand, zurück in seine Gemeinde. Irritiert starrten ihn alle an, als er nach zwei Wochen seines Verschwindens plötzlich wieder auftauchte. Maelton konnte nur geführt werden, für seine Augen war das Licht der Sonne zu hell und hätte er sie geöffnet, wäre er möglicherweise erblindet. Der Schock wich jedoch schnell der Freude über die Rückkehr des ersten Schattenwirkers. Dieser begründete seine verhältnismäßig lange Abwesenheit und berichtete von seinem Fund. Viele der Kultisten waren in der Enklave zusammengekommen, um zu lauschen und nicht einer hatte Zweifel daran, dass dies die einzige Zukunft der Schattenwirker sein konnte.


Niemand würde sie hier in der Stadt der Menschen vermissen und so würde auch niemand auf die Suche nach ihnen gehen. Maelton ging mit zweien seiner engen Vertrauten in die königliche Bibliothek, zu der er uneingeschränkten Zutritt hatte und fälschte die Dokumente, fälschte alles was nur im Ansatz die Aufmerksamkeit auf die verborgenen Pfade unterhalb der Stadt lenken könnte. Sie gingen so gründlich vor, wie es nur möglich war und so lange bis jegliche Zweifel gewichen waren, alles nötige getan zu haben, um ihr Versteck für immer zu schützen. Der Halbelf horchte im Anschluss über Wochen hinweg die Historiker aus, ob sie auch ja nichts von den Plänen wüssten. Er ging sogar so weit, diese Pläne mit ihnen zu studieren und seinen Verdacht darzulegen, doch letztendlich schlossen dies alle aus ... bis auf einen. Ein Mensch, lang hinter seiner Blüte, war es, der ihm beipflichtete, auch er habe schon lange so etwas vermutet, doch nie gewagt dieses Thema anzusprechen. Gaius, der Hofarchitekt, schien sehr interessiert an den Ausführungen des Schattenwirkers, der sich trotz seiner Umbenennung mit seiner Anführerschaft außerhalb des Kultes noch immer seinen angeborenen Namen trug. Die beiden verbrachten lange Nächte und Maelton sicherte sich ab, das Gaius niemals ein Wort über ihre Unterhaltungen oder das geteilte Wissen verlor.


Die Schattenwirker waren bereit. Wochenlang hatten sie einen Stützpunkt ausgehoben um näher an die Kanäle heranzukommen. Sie mussten selbst einige Menschen opfern um ihr Ziel zu erreichen. Und jetzt endlich war es soweit. 500 Männer und Frauen, die allesamt allein dem Kult angehörten, vor Jahren ihr öffentliches Leben aufgaben und nur noch in der Dunkelheit durch die Nacht schlichen, standen bereit mit vorbereiteten Karren, Leisetretern und fester Entschlossenheit, die Oberfläche für immer zu verlassen. Maelton, der sich selbst in ein festliches Gewand gehüllt hatte, lief ein letztes Mal offen durch die Stadt zu Gaius, um ihn ein letztes Mal zu sprechen, ihm von seinem Plan zu berichten und sich seiner Geheimnisgräberei zu versichern, indem er ihm zum Abschied ein Messer ins Herz trieb.


Lautlos zogen sie los, selbst lautlos stiegen sie ins Wasser und waren von der Oberfläche verschwunden. Dieses Mal ging der Marsch schneller, denn sie wussten, was sie erwartete. In der neuen Heimat angekommen, war schnell Einigkeit über die Verteilung der Häuser. Der letzte König, oder was immer er war, wurde am zweiten Tage mit einer großen Feier zu Grabe getragen und geehrt, wie es sonst nur einem der Ihren gewährt wurde. Ein Rat wurde gebildet, welcher Maelton entlasten sollte, um es ihm einfacher zu machen, die neue Heimat zu genießen. Man fand schnell heraus, was die Pflanzen in den Tiefen sprießen lässt, kultivierte einen großen Teil der Höhle mit vielfältigen Pflanzen und ein paar wenigen mitgebrachten Tieren. Und schnell lebten sich die Schattenwirker ein. Die neue Heimat und Hoffnung sollte den Namen Schattenfeste tragen und ihr ewiger Unterschlupf bleiben.

Zeit des Wandels

Die Schattenwirker lebten nun schon fast 500 Jahre in der Schattenfeste. Maelton Schattenwirker war alt und nur die Lehnen seines Throns hielten ihn noch aufrecht auf seinem Sitz in der Ratskammer. Die Bewohner dieser Höhle fanden viele Wege an die Oberfläche, lange Gänge, die in alle Richtungen Wege aus der Höhle ließen und an den verschiedensten Stellen der nunmehr östlichen Königreiche das Tor zur Oberwelt öffneten, die sie weiterhin aus der Dunkelheit studierten. Sie wussten viel, so viel, dass die Burg in der Mitte der kleinen Stadt aussah wie eine Bibliothek. Uraltes Wissen und neu errungenes war bestens katalogisiert und an allen Wänden in Regalen untergebracht.


Die Schattenwirker hatten jedoch auch Spuren durch ihre andersartige Heimat. Sie alle verloren die Farben an ihren Körpern, waren blass, weißhaarig und nur wenige gab es, die keine roten Augen hatten. Andererseits prägte das Leben in den Höhlen sie körperlich mit Vorteilen. Sie wurden kleiner mit jeder Generation, sehniger und konnten durch ihre Ausdauer in nur zwei Tagen an der Oberfläche sein. Auch fanden sie seltsame Wesen und züchteten sich so gute Nutztiere für ihre Landwirtschaft und nicht selten wurden Späher auf großen Käfern ausgesandt, welche in wenigen Stunden mit Informationen wiederkehrten.


Die Schattenfeste gedieh und das Leben in der Dunkelheit war weit angenehmer, als ein Wesen, welches unter der echten Sonne lebte, zu ahnen vermochte. Doch die Grenze war scharf gezogen, denn selbst wenn die Spione in der Nacht an die Oberfläche kamen, dauerte es Stunden oder manchmal Tage, bis diese sich an die Helligkeit des Mondlichtes gewöhnt hatten. Nur wenige gab es, die diese Aufgaben meisterten. Jene, die zu tollkühn waren, wurden voller Schmerzen und erblindet von den Käfern zurückgebracht.


Als Maelton Schattenwirker nach heutiger Zeitrechnung vor ein paar Jahren verstarb, gab es keinen einzelnen Anführer mehr, der Halbelf gründete nie eine Familie, zeugte nie einen Nachkommen, und so gab es keinen ,der ein Anrecht auf diese Position gehabt hätte. Der Rat der Gesellschaft beschloss aus diesem Grunde, dass nur sein Urteil gültig wäre und es keiner einzelnen Stimme für ein Volk bedurfte, was sicherlich die gerechteste Entscheidung war, für Bürger, die zu großen Teilen nie die Außenwelt mit ihren Kriegen und ihrem Rassenhass kennen lernten.


Das Volk war zufrieden in den Höhlen, doch mit der Zeit wurde es enger. Mit jeder Generation wurden es mehr Bewohner und die Zeit der Veränderung begann mit dem Beschluss des Rates, zumindest einen Teil der Schattenwirker wieder an die Oberfläche zu bringen. Tallas Beyugad, ein begabter Schattenspinner der jüngsten Generation und Späher für den Rat, kannte das Reich der Menschen und war davon angetan, es öfter zu sehen, als nur tief in der Nacht vorbei zu schleichen und in die Häuser zu starren. Er war einer der wenigen, die ihre Ausbildung in der Schattenkunst direkt von Maelton erhielten, und derjenige welcher noch Tagelang an seinem Grab wachte.


Ihn hielt der Rat für fähig, die Menschen auf die Ankunft in ihrer sicherlich seltsamen Erscheinung vorzubereiten, sie alle hofften, es wird noch einen Platz für sie geben, dort von wo sie einst flohen. Tallas Beyugad wurde damit beauftragt stillschweigen zu bewahren über seine einstige Bleibe, sowohl an der Oberfläche als auch im Untergrund. Die Menschen sollten wissen dass es die Schattenwirker gibt, doch sollten sie ihnen niemals auf die Schliche kommen. Tallas nahm die Order des Rates an, mit Freuden wollte er tun, wie ihm geheißen. In seltsam bunten Kleinern mit einem Stock in der Hand, und der Kunst der Schattenformung machte er sich auf den Weg, die vorzubereiten, die viel zu unfähig waren sich in den Kriegen zu behaupten, um ihre eigene Art zu schützen.

Die Spaltung

Mit dem Tod Maelton Schattenwirkers bestand nun lediglich der Rat, welcher nun sein eigenes Volk führen musste. Der strickte Weg, welchen die Schattenwirker stets verfolgten, wurde durch ihr gesammeltes Wissen immer wankender. Immer wieder keimte das Verlangen von wenigen auf, das Wissen nicht den Oberirdischen zu überlassen, sondern selbst dafür Sorge zu tragen, dass auf der Sonnenwelt der ewige Frieden einkehrt. Jene waren sich sicher, mit all den niedergeschriebenen Erfahrungen aus der gesamten Erdgeschichte besäßen sie die Macht, die Oberirdischen auf ein neues und besseres Zeitalter vorzubereiten. In ihren Augen war es falsch, es jenen zu geben, die es nur für sich zum Vorteil ausnutzen wollten, um mächtiger zu werden und weiter Krieg zu führen. So entstanden schließlich zwei Gruppierungen im Rat, jene, die das Wissen der ganzen Welt offen legen, und jene, die diese Errungenschaften lieber unter den Schattenwirkern behalten wollten. So sehr man sich bemühte, konnte man nichts gegen die Verhärtung der Fronten tun. Einige, die einen Mittelweg finden wollten, stießen auf die Sturheit jener, die sich Schattenbewahrer nannten. Für sie wäre es fatal gewesen, wenn die Oberirdischen von dem Wissen erfuhren. Nicht nur das. Sie vermuteten, dass die bloße Existenz der Schattenwirker auf der Oberfläche sich zu einer fanatischen Hetzjagd der Regierung Stormwinds auf sie entwickeln würde.


Durch sie gesäte Angst in den Bewohnern wuchs die Zahl der Schattenbewahrer. Niemand wollte durch ganz Azeroth gehetzt oder von Soldaten abgeschlachtet werden. Die Bücher über die grausamen Kriege aller Völker ließ sie schaudern. Niemand von ihnen wollte so enden und um das zu vermeiden, mussten sie ihr Wissen bewahren, um selbst einen Weg für alle zu finden, damit auch sie eines Tages wieder an die Oberfläche konnten, so sie denn wollten.


Die Meinungsverschiedenheit im Rat wirkte sich nicht wirklich auf ihre Politik aus, so dass es den Bewohnern möglich war, ein zufriedenes Leben zu führen. Bis an jenen Tag, als etwas lang Vergessenes wieder gefunden wurde…

Ein Talisman

Es waren einige in Stein gehauene Tafeln, welche man einst in den Archiven der damals verlassenen Feste fand. Da man die Zeichen in früherer Zeit nicht entschlüsseln konnte, war ihr Inhalt ein Rätsel. Damals sammelten die Wissbegierigen bei der Ankunft in ihrer neuen Heimat alles, was in ihren Augen etwas auf die Geschichte der dort lebenden Geschöpfe hinwies und so durchstreiften sie die Häuser und Räumlichkeiten der Feste, um alles zusammenzutragen. Mit all den Jahrzehnten und Jahrhunderten verebbte der Drang nach der Entschlüsselung der Tafeln und der Bedeutung einiger Schmuckstücke. Manche waren so filigran gearbeitet, dass die Schattenwirker sie eher aus der Hand der Nachtelfen statt der Irdenen glaubten. Doch es gab Hartnäckige unter ihnen, die sich dennoch weiter daran versuchten. Einer der noch lebenden Älteren kam schließlich hinter das Geheimnis der Tafeln und seine Augen wurden groß. Immer und immer wieder las er die Zeichen und formte jene zu einer Bedeutung, bevor er sich sicher war und den Rat einberufen ließ.


Durch die einstige grobe Handhabung der Tafeln, waren an einigen Stellen Stücke abgebrochen oder abgeplatzt, so dass man nicht den gesamten Text übersetzen konnte. Angeblich wollte das damalige Volk eine Ader gefunden haben, welche sich pulsierend im Gestirn tief unter der Erde erstreckte. Die Irdenen, wie sich die Schattenwirker beschlossen sie zu nennen, glaubten, dass sich jene Ader unter ganz Azeroth darbot und wie eine Art Lebenspuls für diese Welt fungierte. Denn die wenigen Splitter, die sie aus dem unsagbar harten Gestein herausgeschlagen hatten, verloren ihre Eigenheit sanft zu glühend. So waren sie der Meinung, sie haben der Welt ein Stück Leben geraubt. Dies veranlasste sie, von dem Gestein abzulassen und den Eingang dorthin sorgsam zu verschließen. Auf einer anderen Tafel stand geschrieben, dass den damaligen Herrschern ein Amulett überreicht wurde, welches als Zeichen für die nahe Bindung zur diente. Den Regenten wurde mit diesem Talisman ein überdurchschnittliches Leben nachgesagt.


Soweit konnte niemand etwas ungewöhnliches in den Schriften entdecken, was den Älteren so fassungslos reden ließ. Er erzählte schließlich von einem Schmuckstück, welches einst einer seiner Vorfahren, Antereon, bei Ankunft in die heutige Schattenfeste an dem steinernen Zwerg bemerkte. Dieses Schmückstück war so in die Versteinerung eingegangen, als sei es Teil des Geschöpfes gewesen. Antereon war sich sicher, als er über die Splitter strich, vermochten diese den dumpfen Glanz von sich geschüttelt und für einen Augenblick schwach geleuchtet haben. Als ein Gelehrter Maeltons sah er sich verpflichtet, dieses Schmuckstück näher zu untersuchen und brach es heimlich aus dem Urzwerg heraus. Schnell stellte Antereon fest, dass dieses Schmuckstück nicht nur aus Rubinen bestand, sondern diese Steine weit mehr in sich verborgen hielten, als es den Anschein hatte. Nach einiger Zeit bemerkte er, wie das Amulett sich auf seine Fähigkeiten in der Magie auswirkte und ihm ein überdurchschnittliches Alter bescherte. Leider ging diese wertvolle Kette verloren, so dass es Antereon nicht möglich war, dem Geheimnis weiter auf die Spur zu kommen. Doch er war sich sicher, darin alle Antworten finden zu können, die die Welt verbarg.


Die Spekulationen über dieses seltsame Amulett und seine angebliche magische Wirkung löste eine hitzige Debatte aus. Die einen beschimpften Antereon als fanatischen Schattenzauberer und engstirnigen Gelehrten, der zu viel in einer einfachen Kette sah. Die Schattenbewahrer sahen sich jedoch verpflichtet, dieses Wissen genauer zu erforschen, denn sie glaubten an die Wirkung dieses Talismans. Könnte man sein Geheimnis entschlüsseln, könnte es alles grundlegend ändern. Im Geheimen wurden sogar Suchtrupps ausgesandt, um die verschüttete Gesteinsader ausfindig zu machen, doch je tiefer sie gruben, desto unerträglicher wurde die Hitze des Magmas. Nach Angaben der Irdenen sollte diese an dem tiefsten Punkt liegen, an dem die je gruben.

Die Suche

Mit Hilfe von intensiven Recherchen erfuhren die Schattenwirker, dass das Amulett sich nach vielen Jahren wieder fand und in die Kammer als einfaches Schmuckstück zurückgelegt wurde. Allerdings befand es sich nun nicht mehr dort. Man verdächtigte gleich, dass es jemand gestohlen haben musste, nachdem diese Legende aufflammte, doch sie irrten sich. Der Archivar fand ein Protokoll, wonach bereits vor vielen Jahrzehnten das gute Stück durch die Gier eines Einzelnen entwendet wurde und damit auf die Oberfläche entschwand. Die Schattenwirker konnten ihn damals stellen, doch das Versteck des Amuletts hat er nicht preisgegeben. Man erzählte sich, dass er ganz vernarrt in dieses Ding war. Er war der Auffassung, dass darin die ganze Wahrheit steckte. Der Dieb verstarb jedoch an einer Krankheit und nahm das Geheimnis über den Aufenthalt der Kette mit in sein Grab.


Durch die Hartnäckigkeit einiger Schattenwirker fanden sie heraus, dass der Mann an der Oberfläche eine Familie hatte. Es war oberstes Gesetz, mit den Oberweltlern nur in Kontakt zu treten wenn es unbedingt sein muss, dann jedoch niemals seine Herkunft zu offenbahren, dort an der Oberfläche jedoch eine Familie zu gründen wäre der Grund für eine Hinrichtung, denn dies gefährdet alles was die Schattenbewahrer als oberstes Gebot erhalten.


Der Dieb war einer der Spione für die Schattenwirker. In all der Zeit war er so oft an der Oberfläche dass es kaum ein paar Stunden dauerte, bis sich seine Augen an die Nacht gewöhnten, und selbst am Tage fiel es ihm nicht so schwer wie anderen, die Augen zu öffnen. Scheinbar war er der Oberwelt weit mehr verbunden als die anderen es je vermutet hätten und der Rat, welcher schon seit längerem im Twist lag fürchtete nun mehr und mehr, dass es mehr Vorfälle dieser Art gab, denn viele Spione werden fast täglich ausgesandt, die Welt über ihren Köpfen zu erkunden.


Es wurden die engsten Vertrauten des Rates beauftragt, im Namen der Schattenwirker an die Oberfläche zu gehen, und die Familie des Diebes ausfindig zu machen. Tallas wurde als Sprecher der Gruppe auserkoren. Er war es auch, der den Dieb verhörte bis zu seiner letzten Stunde. Der Eindruck den er gewann war dass es sich bei diesem nicht um den Klügsten handelte, jetzt musste er nur noch entdecken, wie er sich verraten hat. In den vielen Briefen, die man bei ihm fand war immer die Rede von einem kargen Bauernhof, wenigen Tieren, einfachen Verhältnissen. Es würde wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das Artefakt wieder in den Händen der Schattenwirker ruhte – beim Lesen der Briefe huschte ein Lächeln über das vernarbte Gesicht des Schattenwirkers – in seinen Händen.

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