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Qsicon Exzellent Dieser Artikel wurde am 19. Juni 2017 als Spotlight der Woche vorgestellt.
Sielassiel Dämmerzorn - Gedanken und Gefühle - Navigation
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Kategorie:Geschichten

Der Schnee rieselte leise hinab auf das nächtliche Wor'gol. Die meisten schliefen. Von den Sin'dorei war jedoch noch eine einzige wach und schritt langsam durch die Kälte. Doch sie schien die eisigen Temperaturen nicht zu spüren, obwohl sie nicht dick angezogen war. Auch trug sie weder Handschuhe noch Mütze.

Immer wieder blieb die einsame junge Sin'dorei stehen und sah hinauf in den Himmel. Ein leises Seufzen entfuhr ihren Lippen.

Sielassiel konnte nicht schlafen. Zu viele Gedanken kreisten in ihrem Kopf herum. Die klare eisige Nachtluft hatte ihr bisher immer geholfen, doch seit drei Nächten litt sie unter Alpträumen, in denen sich die Bilder wiederholten, die sie oft auch tagsüber heimsuchten. Doch sie konnte sie nicht benennen oder gar zuordnen. Zu verschwommen waren sie. Niedergeschlagen senkte sie den Blick. Würde sie sich je wieder erinnern können an die Zeit, die zwischen ihrem Aufenthalt in Silbermond und ihrem Erwachen auf dem Schiff lag?

Sielassiel hatte ihre Zweifel daran, auch wenn alle sie vom Gegenteil überzeugen wollten. Wollte sie sich selbst überhaupt erinnern? Was, wenn in der Zeit, die ihr als Erinnerung fehlte, etwas Schlimmes geschehen war? War es dann nicht besser, sich nicht daran erinnern zu können? Aber genauso gut konnte es möglich sein, dass das Gegenteil der Fall war. Doch das würde sich zeigen, wenn sie sich wieder erinnern konnte.

Ein erneutes Seufzen entfuhr Sielassiels Lippen. Sie hob den Kopf und sah hinauf in den Nachthimmel, aus dem noch immer Schneeflocken rieselten. Die Magierin schloss die Augen und atmete tief durch.

Von allen Seiten hatte sie gute Ratschläge bekommen, vor allem um ihre Unsicherheit zu bewältigen und ihren eigenen Weg zu gehen. Doch woher sollte sie wissen, was ihr eigener Weg war? Woher sollte sie wissen, was sie wollte oder nicht wollte, wenn es Dinge gab, an die sie sich nicht erinnern konnte? Die ganzen letzten Tage hatte sie rein aus Intuition gehandelt, nicht nach Verstand. Dadurch hatte sie Fehler gemacht. Fehler, mit deren Konsequenzen sie jetzt zu leben hatte.

Sielassiel öffnete ihre Augen wieder und senkte den Blick. Langsam setzte sie ihren Weg durch das Lager fort, während sie ihren Gedanken nachhing. Es war nicht nur der Gedächtnisverlust, der sie beschäftigte oder die möglichen Konsequenzen ihres Verhaltens oder der Versuch, zu sich selbst zu finden und ihren eigenen Weg zu gehen. Nein, sie fühlte sich auch einsam, auch wenn sie sich in der Gesellschaft der anderen befand. Vielleicht lag es daran, dass die anderen sich schon weitaus länger kannten. Sie wusste es nicht. Deshalb zog sie sich ja auch eher zurück und wanderte die meiste Zeit alleine durchs Lager.

Erneut blieb sie stehen und sah hinauf in die Himmel. Schneeflocken vermischten sich mit den aufsteigenden Tränen der jungen Sin’dorei. Sie ließ sie einfach laufen. Niemand sah sie, niemand würde am nächsten Morgen die Spuren dieser heimlich geweinten Tränen im Gesicht sehen. Das einzige, was man ihr ansehen würde, wäre die weitere schlaflose Nacht.

Sielassiel senkte seufzend den Blick. Dann drehte sie sich um und schritt langsam und zögerlich zurück zum Gasthaus.

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