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Dialog-information Info: Dieser Artikel beschreibt einen inaktiven Spielercharakter.

Smirke Rasselspross Junior macht den Eindruck einer aufgeweckten Gnomin, die eifrig alles Neue ihrer Umgebung sondiert. Ständig huscht sie völlig in Gedanken durch die Gegend und versucht öfters auf rosa Kristallen herumzuknabbern. Ihr Haar ist stets akurat frisiert und auch sonst vermittelt sie das Bild einer sehr reinlichen Person.

Auf der Suche nach Leere

Es war ein eisklarer Wintertag und die kärglichen Strahlen der Sonne versuchten vergebens den Dauerfrost um Stahlrosts Depot herum zu erwärmen. Smirke saß in der kleinen Werkstatthütte ihres Vaters und vertrieb sich die Zeit damit, einige Stoffballen zurechtzuschneiden und die vielfältigen geplanten Applikationen zu sortieren, um eine hübsche Tasche zu nähen. Ihr schwarzes Haar war zu einem akkuraten Dutt aufgetürmt und wurde durch mehrere kleine Silberketten verziert. Ihre fein säuberlich hergerichtete Frisur war das genaue Gegenteil ihrer Umgebung, denn diese Hütte spiegelte das perfekte Chaos der meisten gnomischen Tüftler wieder.

Überall lagen Werkzeuge: große Werkzeuge, kleine Werkzeuge, winzige Werkzeuge, kaputte Werkzeuge, die nur noch nicht weggeworfen oder wiederverwertet wurden, und Werkzeuge, die gar keine waren aber als solche verwendet wurden. Halbfertige Bauteile, fertige Bauteile, kaputte Bauteile und auseinander genommene Bauteile, deren Bestandteile über die gesamte Hütte verstreut lagen ... Und jede Menge anderer Dinge, deren Funktion oder Sinn Smirke wohl nie erraten würde, die aber trotzdem zuhauf von ihrem Vater angeschleppt wurden mit der Begründung: „Man kann nie wissen, wozu man es braucht, mhm.“

Ihr Vater ... Herr Felixus Rasselspross Senior ... Smirke wusste nicht, was sie über ihn denken oder von ihm halten sollte. Aber ihr Verhältnis war auch nicht das beste, seit sie offenkundig gemacht hatte, dass sie keine bzw. nur wenig Begabung für die Arbeit in der Werkstatt hatte. „Das wird noch, noch werden tut das noch, mhm.“ Sagte ihr Vater immer, aber Smirke war sich da nicht so sicher. Aus dem Nebenraum hörte man das unrhythmische mechanische Gackern der Mechanoschreiter-Spezialanfertigung, die ihr Vater gerade reparierte.

„Rasselspross Seniors Sonderfabrikatsreparaturen und Spezielanfertigungsersatzteilhandel“

... das war seine Welt. Er reparierte solche Dinge wie Sonderanfertigungen von Mechanoschreitern und war stolzer Lieferant der Tiefenbahn-Instandhaltungsgesellschaft. Am meisten rühmte er sich damit die propellerbetriebenen explodierenden Entenattrappen von Herrn Hexknall Kurbeldreh repariert zu haben. Aber genau genommen hatte er sie nicht repariert. Er hatte eine Herrn Kurbeldreh eine Kiste mit speziell angefertigten Klemmmuffen untergejubelt und eine Tasche mit seinen eigens entworfenen Spezialelektropellern sehr teuer verkauft, deren Funktionalität er nie getestet hatte. Zum Glück fiel der Pfusch nie auf, denn sowohl die Kiste als auch die Tasche fielen Herrn Kurbeldreh bei einer Überfahrt nach Auberdine über Board. Nun war es das teure Model eines blau-chromierten Turboschreiters, als dessen Retter sich ihr Vater gerne sehen würde. Eines der Beine hatte eine Fehlfunktion und ihr Vater hatte mit der ganzen Kraft eines von sich selbst überzeugten Möchtegern-Genies beglaubigt, dass er es reparieren würde noch ehe der gyromechanische Hahn auf dem Werkstattshof dreimal den Morgen verkündet hatte.

Der blau-chromierte Turboschreiter sah das allerdings anders.

Stolz und majestätisch stand er in dem kleinen Werkstattraum und blickt der niedrig stehenden Wintersonne entgegen. Die chaotische Umgebung der Werkstatt brach sich in unendlichen Facetten reflektierend auf seiner Spiegelbeschichtung, ganz so als wolle der Schreiter durch seine bloße Anwesenheit verkünden, dass sie ihm nicht würdig sei. Eines seiner Beine hielt er angewinkelt in der Luft, während er auf dem anderen in perfekter Balance Halt fand. Und an diesem angewinkelten Bein kniete ihr Vater und versuchte in aufkommender Verärgerung ein neues Gelenkteil einzusetzen, welches sind als äußerst widerspenstig erwies.

„Mhm .... Potzblitz und ... “ hörte sie ihn noch fluchen, als es plötzlich ein schrill quietschendes, aber einrastendes Geräusch gab und ihr Vater erleichtert aufatmete.

Smirke warf einen kurzen Blick in Richtung der Tür, die den Nebenraum, in dem sie saß, von der Werkstatt trennte. Leise, aber betont blies sie die ofenwarme Luft der Hütte durch ihre Nase aus. Sie machte nicht mehr Geräusche, als es nötig war, einfach um den Lärm der Werkstatt nicht noch mehr zu nähren. Sie wendete sich wieder der Gestaltung ihrer Tasche zu und warf einen Blick über die fein säuberlich getrennten und jeweils auf einem sauberen Stück Stoff geschichteten Stapel der geplanten Applikationen:

Ein Stapel für die kleinen Malachit-Splitter, die sie auf Hochglanz poliert und jeden einzelnen zu einem Oval geschliffen hatte.

Ein Stapel für die quadratischen Tigeraugen-Plättchen.

Ein Stapel für die winzigen Messing-Fassungen, die die größeren Steine halten würden.

Ein Stapel mit verschiedenfarbigen Fäden.

Ein Stapel mit verschieden großen Nadeln, Spitzscheren, Präzisionsfeilen und Lochstechern. Alle fein säuberlich nebeneinander angeordnet.

Alles war in perfekter Ordnung ... alles war sauber ... selbst eine kleine Schale für die Stoffreste stand am Ende der Reihe ihrer Stapel.

Das war ihre Welt ....

Der Anblick dieser Ordnung beruhigte sie und so betrachtete sie ihre Material-Stapel, einfach um ihre Ordnung zu genießen. Hier und da verschob sie noch den ein oder anderen Edelsteinsplitter um einige Millimeter, einfach um noch mehr Perfektion in diese Ordnung zu bringen. Kritisch beäugte sie ihre Werkzeuge, um herauszufinden, ob sie auch in perfekter Parallelität zu einander lagen. Mit einer Fingerkuppe schob sie das Ende der Spitzschere um ein Minimales nach links und lächelte beruhigt.

Aus dem Nebenraum bejubelte sich ihr Vater selbst und lobte sich für seine Genialität. Kurz darauf begann der Turbo-Schreiter tatsächlich wieder gleichmäßig zu surren und man hörte die leisen melodischen Bewegungen der hydraulischen Teile bei seinen ersten Schritten nach der Reparatur.

Smirke musste im Nebenraum lächeln. Jetzt würde er gleich wieder zu ihr kommen, sie stolz wie ein Held umarmen und sie an einer Hand in seine Werkstatt ziehen, damit sie seine Meisterleistung ausführlich bestaunen konnte. Und dann würde er ihr wieder sagen, wie stolz er sein würde, wenn sie sein florierendes Geschäft eines Tages weiter führt und versuchen sie für seine unzähligen Vorhaben für die Zukunft zu begeistern. Sie würde wieder nicken und ihm freundlich zulächeln. Einfach damit er Ruhe gab.

Sie lächelte bei dem Gedanken und griff nach einer Nadel, um einen neuen bunten Faden darin einzufädeln ...

... Plötzlich stoppte das hydraulische Geräusch der Turboschreiter-Bewegung mit einem kurzen, aber schrill quietschenden Ton, der in den Ohren schmerzte. Danach war kein Laut mehr zu hören, nur noch Stille aus der Werkstatt und das entfernte zwitschern eines Vogels irgendwo weit draußen in den schneebeckten Bergen von Dun Morogh.

Smirke verengte verärgert ihre Augen über das unstimmige Geräusch und ließ sie in Richtung der Tür schnellen.

Nichts ... Nur Stille.

„Ug....“ hob die Stimme ihres Vaters an zu sprechen, wurde aber augenblicklich auch schon wieder durch einen lauten metallischen Knall in Kombination mit einem Strömungsgeräusch und erbostem mechanischen Gegacker unterbrochen.

Smirke zuckte bei dem Knall zusammen und ein erschrockenes „Au!“ war das nächste Geräusch was eine ziemlich verärgerte Smirke in Richtung der Werkstatt brüllte und während die schmerzhafte Nadel in ihrer Handfläche ihre volle Aufmerksamkeit beanspruchte. Was sie dabei nur am Rande mitbekam war, dass ihr Vater von einem ausschlagenden Turbo-Schreiter mit einem gezielten Tritt quer durch den Raum geschleudert wurde, während schwarzer Rauch aus den 6 Auspuffrohren des Schreiters die Werkstatthütte füllte und einen furchtbaren Gestank nach Öl und Treibstoff verbreiteten.

Aber für diese Fälle hatte ihr Vater Vorsorgungen getroffen, denn er ging niemals ohne Sturzhelm in seine Werkstatt und trug Ellenbogen und Knieschützer aus beinahe unverwüstlichem Leder. Auch seine Handwerkerschürze war mit dicken Lederplatten gepanzert, die zusätzlich noch mit einer dicken feuerfesten Schmierschicht behandelt waren. Und so lag Felixus Senior erschrocken, aber unverletzt in mitten eines Haufens aus durcheinander geworfenen Gerätschaften und blickte verdutzt auf den Turbo-Schreiter, der nun wieder in stolzer, wenn auch verrußter und ölverschmierter, Anmut durch die offene Tür der Wintersonne entgegenblickte, während seine Sicht durch den schwarzen Rauch getrübt wurde, der die Hütte inzwischen gefüllt hatte.

Smirke merkte, dass sie vor lauter Schreck die Stapel aus Edelsteinsplittern mit der verletzten Handfläche auseinandergefegt hatte und wurde wütend bei dem Gedanken, dass wieder ordnen zu müssen.

„Arg!“ fluchte sie laut und fegte mit ihrer - noch immer von der Nadel durchstochenen – Hand auch die restlichen Stapel in Wut auseinander und richtet in ihren sonst so ordnungsgewohnten Sachen ein heilloses Chaos an.

„Au....“ war ihr nächstes Wort, was nicht mehr wütend, sondern wehleidig schniefend ertönte, während sie den Tränen nahe war und ihre schmerzende Hand hielt. Ihr Vater bahnte sich eilig besorgt durch das Chaos der Werkstatt einen Weg zu ihr und wollte ihre Hand verarzten, doch als Smirke seine ölbeschmierten Handschuhe erblickte, zog sie diese sofort zurück und hielt sie schützend hinter ihren Rücken.

Mit einem eindeutigen trotzigem „Nein“ in den Augen blickte sie ihren Vater stumm an, der sich ein Tuch vom Boden griff, um das Öl von seinen Handschuhen zu wischen. Das war zuviel für die kleine Gnomin. Ihr schöner Stoff ... ölbeschmiert! Das würde nie wieder herausgehen. Das war teure Wolle und kein alter Öl-Lappen. Wie konnte ihr Vater nur so dreist sein, ihr das anzutun. Hatte er denn gar kein bisschen Verstand mehr in seinem ausgerauchtem Schädel?! Der Verzweiflung nahe blickt sich Smirke in der Werkstatt um. Überall Chaos ... Staub .. Öl ... der Gestank des Treibstoffs ... der schwarze Dunst der Schreiter-Abgase ... die bedrückende Wärme des Ofens im Kontrast mit der Winterskälte, die durch die offene Tür für einen Windhauch herein getragen wurde.

Sie wollte nur noch raus ...

Trotzig sprang sie auf und rannte zur offenen Tür. Im Vorbeilauf sprang sie gegen den blau-chromierten Turboschreiter und stieß mit einem lauten Wutschrei und voller Absicht hart dagegen. Mit Genugtuung sah sie, wie er unaufhaltsam zur Seite fiel und in den Haufen von Gerümpel krachte, der auf dem Boden lag. Oh, das würde seine achso-polierte Oberfläche ordentlich zerkratzen und Recht geschah ihm das! Fluchend trat sie unter den hilflosen Blicken ihres Vaters gegen die teuren Arkanit-Beine des Schreiters. Immer und immer wieder. Dann nahm sie die kleine Schale mit seinen Schraubenmuttern und schleuderte sie quer durch den Raum, ehe sie nach draußen in den Schnee rannte.

Es war ihr alles zu viel. Felixus wusste nicht, wie er seine Tochter zur Vernunft bringen sollte. Er war Tüftler, kein Diplomat ...

Einige Jahre später ...

Dun Morogh, Stahlrosts Depot. Ein Schild schwingt in der winterlichen Brise hin und her: "Rasselspross Seniors Sonderfabrikatsreparaturen und Spezielanfertigungsersatzteilhandel".

Vorsichtig steckt Smirke ihren Kopf durch die Tür. "Paps?"

Herr Felixus Rasselspross Senior schaut von seiner Arbeit auf. So wie damals, als Smirke von Zuhause weglief, ist er auch nun mit der Reperatur eines Turboschreiters beschäftigt. Ein wissendes Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit. "Ich sagte doch, das wird noch, noch werden tut das noch, mhm.“ Smirke nickte. "Ich ... ich glaub, ich bin soweit, Paps."

Nebenbei drängte sich Hugo, die vollbepackte Teufelswache, durch die Tür. Auf seinem Arm trug er Beutel voller Kräuter, zich Stapel mit Pergamenten, Felle, diverste Fläschchen mit bunten Pülverchen. Für einen Moment musste Felixus erschrocken schlucken. Aber Smirke tätschelte Hugos Arm. Von der Teufelswache kam ein mismutiges Schnauben zurück. "Keine Angst, das ist Hugo, die erste vollkommen rekombulierte Teufelswache. Er wird helfen! Jaja."

Auf ein Nicken hin, stapfte die Teufelswache unter den erschrockenen Augen von Felixus durch die Hütte auf den Turboschreiter zu. Kurz musterte der Dämon das mechanische Konstrukt. Er grunzte, ergriff mit einer Klaue den metallenen Hals, mit der anderen eines der Auspuffrohre und machte sich daran den Schreiter hochzuheben. Felixus begriff und nickt seiner Tochter beruhigt und mit einem Schmunzeln zu. "Wir sollten das Schild ändern", sagte er. Und kurz daraufhin schwang ein neues Schild vor der Werkstatt in der winterlichen Brise hin und her:

"Familie Rasselspross Sonderfabrikatsreparaturen und Spezielanfertigungsersatzteilhandel."

Smirke lächelte. Sie war wieder zu Hause und sie wollte nicht mehr weg.

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