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Dialog-information Info: Dieser Artikel beschreibt einen inaktiven Spielercharakter.

Thalso Fizzlebum war grade 14 als er in der Nacht wach wurde die er nie vergessen würde. Ein tiefes Rumpeln hallte durch Gnomeregans Gassen kurz nach Mitternacht. Als Thalso die Augen aufmachte, wusste er nicht so recht, wieso, denn das Geräusch war bereits verklungen. Der junge Gnom starrte an seine Zimmerdecke. Ein kleines Mobile hing über seinem Bett und die Schraubenschlüssel warren starr und unbeweglich, als würden auch sie schlafen. Doch er betrachtete sie genau, denn irgendwas war seltsam. Erst als er ganz genau hinsah, bemerkte er, dass sie so ruhig gar nicht waren. Die kleinen Schraubneschlüssel, Bogenschweißer und Schreiterteile seines Mobiles hatten Angst, denn alle zitterten kaum sichtbar, doch es wurde immer stärker. Mit einem Mal hörte es auf, und Sekunden später riss ein ohrenbetäubender Schlag die Stille entzwei. Als Mama Fizzlebum in den Raum stürzte war Thalso schon auf den Beinen. Sie war hektisch, hatte Angst, das war neu für Thalso. Hastig packte sie alles in Griffweite in eine große lederne Tasche und schnürrte sie notdrüftig zu. Dann schnappte sie sich ihren Sproß und rannte nach draussen.

Nach dem großen und sehr lautem Schlag kam keine Stille mehr auf. Überall in der Stadt schrie'n Gnome und etwas anderes. Und Waffengefechte waren zu hören. Jemand hat die Stadt angegriffen. Mama Fizzelbum reihte sich ein in den Strom von Flüchtlingen die wie ferngesteuert Richtung Haupttor liefen. Ihnen entgegen kamen viele Soldaden und Schreiterdivisionen die wohl allesamt an die Front wollten. Zum tiefsten Punkt der Stadt, dem Thronsaal. Ab und an hörte man die Soldaten rufen und das Wort Trog und Feind hatten die gleiche Betonung. Haben diese gräßlichen Biester das stolze Gnomeregan angegriffen? Keine Zeit, um sich darum Gedanken zu machen. Wieder waren laute Explosionen zu hören, gefolgt vom massenhaften Aufschrei vieler flüchtiger Gnome. Thalso, der fast andauernden Blick nach hinten hatte vom Arm seiner Mutter sah weit hinter ihnen die Trümmerteile einer Tunnelwand fliegen, und leuchtend grünen Rauch, der nun aus dem Riss hervorschoss in den Gang. Thalso mochte grün, die Farbe war toll, und Kimia, seine beste Freundin aus der Khoriumgasse hatte auch so leuchtend grüne Haare. Dieses grün aber war anders. Der neugierige Junggnom sah, wie die Wolke Gnome einhüllte und nicht mehr ausspuckte. Aus dem Innern drangen erstickende Schreie, die nichts guten verheißen konnten. Er schlug hektisch seiner Muttter auf die Schulter und mahnte sie, bloß nich stehnzubleiben, ihre Antwort war der Versuch, ihn zu trösten, denn das Haupttor war nur noch eine Ecke weiter. Als sie um diese letzte Ecke bogen, stockte all ihr Mut. Der große Aufzug nach oben war versperrt mit hunderten von Gnomen, die alle auf der Flucht nach draussen waren. Es würde Stunden dauern, bis alle mit dem Aufzug hochgefahren wären und irgendwie ahnten wohl beide, dass die Zeit nicht reichen würde. Mama Fizzelbum setzte ihren Sohn ab, und er klammerte sich an ihren Rockzipfel. Immer mehr Gnome kamen von unten und vergrößerten die Traube vor dem Aufzug zusehends. Das würde nicht funktionieren, ein anderer Wegs muss her. Die schnaufende Gnomin packte ihren Sohn wieder und lief weg von dem Aufzug. Scheinbar hatte sie eine Idee: "Thalsolores Fizzelbum, wo war der Luftschacht in dem Du dich versteckt hast, damals mit der grünen Kimia? Wir müssen da hin, es ist wichtig, jaja! Los sag schon denk nach!" Thalso überlegte und führte seine Mutter unsicher, aber eilig in eine Nebengasse. Nach sekundenlangem Überlegen deutete er auf einen der großen Kästen, der scheinbar schon von irgendwas zertrümmert wurde.

Thalso sprang wie ein Floh die Kisten hoch und kraxxelte in den Schacht, innen war noch die Leiter, die er damals schon hochgeklettert war. Diesmal aber durfte er das mit der Erlaubnis seiner Mutter, die ihn wahnsinnig beschimpft hat, weil er einfach allein mit Kimia in den Schacht gekrochen war. Sie waren Forscher, haben sie gesagt, und wollten eine neue Tunnelwelt erforschen, doch viel Zeit hatten sie damals nicht - jetzt aber auch nicht. Mama Fizzlebum zwängte sich hinter ihm her, die schwere Ledertasche hinter sich herziehend. Sie kletterten nach oben und krochen ein paar Gänge entlang. Irgendwo gab es einen Ausgang, aber beide wussten nicht, wo. Hoch und raus, das war alles was zählte. Ein neues Grollen, gefolgt von blechernem Knirschen und Splittern ertönte nicht weit hinter ihnen. Wenn das Geräusch sie noch nicht erschrocken hätte, das folgende Zischen tat es. Denn das konnte nur der Dampf sein, der die Gnome nicht mehr ausspuckt. Mama Fizlebum schrie qiekend und spornte Thalso an so schnell zu klettern wie er nur konnte. Ein falscher Schritt und es würde Bergab gehen, aber der junge Gnom hielt sich wacker, und das Licht war ganz nah. Sie eilten die letzte Leiter nach oben, zu einem Lüftungsgitter ins Freie, die Wälder Dun Moroghs. Sie fielen beide wie Eier aus einer Brütemaschine heraus aus dem Klotz und krochen noch ein wenig durch den Schnee, und es war keine Minute zu früh. Kurz hinter ihnen kam eine Säule des grünen Dampfes und schnitt in den Himmel. Die Erde bebte jetzt und aus einer grünen Rauchsäule wurden hundert. Überall über Gnomeregan, oder das was davon übrig ist, stiegen jetzt die Dämpfe auf. Der Flüchtlingsstrom, der bis dahin stetig aus dem Haupttor kam, würde merklich dünner. Nur noch wenige - und diese mit angstverzerrten Gesichtern - kamen noch und schlossen sich dem Strom gen Süden an. Erst in einem kleinen Tal, im Süden der kalten Lange kamen sie zur Ruhe. ein zwergischer Außenposten dort versorgte sie mit Wärme und Schlafplätzen.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Flüchtlingen. Der Hochtüftler hatte sein eigenes Volk verraten, und dann auch noch die Stadt vergiftet, in der Hoffnung noch etwas zu retten. Die Stimmung war zwischen Niedergeschlagenheit und Empörung und es wurde von Minute zu Minute lauter, je vielfältiger die Infromationen wurden. Ein kommisarischer Nachfolger erhob sich und mahnte zur Ruhe, um eine Rede zu halten. Er stellte sich als Gelbin Mekkadrill vor und las laut ein Schreiben von Magni Bronzebart vor, der König der Zwerge. Darin wurde dem ganzen Volk Asyl in der Stadt im Berg geboten, und sogar ein Platz für die Tüftlerarbeiten bereitgestellt. Die Liste der Auflagen kürzte der Gnom mit "muss sicher noch etwas optimiert werden" ab, und gab den Befehl, sich langsam in Bewegung Richtung Kazh Modan zu setzen. Die Karawane aus Flüchtlingen brauchte einen ganzen Tag, das Reich zu durchqueren, und als sie endlich ankamen, hatten sie zum ersten Mal seit ihrer Flucht wieder Wärme an ihren Körpern. Der junge Thalso war das erste Mal in der Stadt der Nachbarn, und er war überwältigt. Sie sah gänzlich anders aus als die Architektur der Gnome wennauch beide unter der Erde erbaut waren. Nach einer langen Zeit in einem kleinen Zelt an der großen Schmiede, bekam Mama Fizzlebum dann sogar einen Brief, in dem der Familie ein Haus zugewiesen wurde, in dem sie unbefristet wohnen durften. Mama Fizzlebum lebt dort bis zum heutigen Tage.

Thalsia, die Schwester des kleinen Gnoms, kam eine Woche später dort zu Besuch, und half, alles zu errichten, wie es sich für gnomische Ordnung gehört. Sie war schockiert von dem Untergang Gnomeregans und half so gut sie konnte. Aber es hielt sie nicht lange, und gegen Thalsos Flehen und Betteln ging sie wieder auf Reisen, denn sie wollte mehr sehen. Einzig versprach sie, jede Woche zu schrieben und sie hielt ihr Versprechen. Thalso erfuhr davon, dass sie alsbald Königin wurde in einer großen Stadt im Süden. Dort sollten die Gnome aus ihrem Exil eine neue Heimat finden namens Gnomwind. Dort geschah viel, doch Thalso konnte seine Mama nicht einfach alleine zurücklassen weshalb er nie aufbrach, die Welt zu erkunden, Eisenschmiede erschien ihm Abenteuer genug zu sein.

Bald aber blieben die Briefe von Thalsia aus, und ein anderer kam. Mama Fizzlebum las ihn zuerst und brach schreiend und weinend zusammen. Seine geliebte Schwester wurde mit dem Rang einer Königin ermordet. Eine unfassbare Schandtat und Tragödie für seine Familie die schon keinen Vater mehr hatte. Thalsos Welt geriet aus den Fugen. Das erste Mal in seinem Leben verließ er seine Mutter um nach Gnomwind zu reisen. Er wollte Rache für die Ermordung und machte sich auf die Suche nach dem Mörder. Die Ereignisse überstürzten sich jedoch, und Dilia, eine weitere der drei Königinnen versuchte Thalsia wiederzubeleben. Glücklicherweise war Thalso nicht in der Nähe, denn aus Thalisa wurde ein willenloser Ghul der letztendlich im Zentrum der Stadt endgültig zerstört wurde. Viele Gnomwinder sehen den jungen Gnom als den Prinzregenten an, den Nachfolger Thalsias, um in Gnomwind weiterhin zu herrschen, doch Thalso lehnte diesen Titel bisher ab. Die Bürde lässt ihn Schaudern wenn er abends allein im Palast der Königinnen sitzt.